Hier ist die ganze Familie zusammen (nur Maunzy fehlt) – bei Shaw Farms im Städtchen Milford in Ohio.
Besonderes Kennzeichen der Farm: sie betreiben das größte Mais-Labyrtinth der Welt (hier in einer Luftaufnahme aus dem Früjahr zu sehen). 20 Acres (über 80.900 m²) ist dieses Feld groß.
Durch dieses Riesenfeld sind wir dann doch nicht gestampft. Aber auf einem von Pferden gezogenen Wagen haben wir dann doch einen Hayride gemacht.
Faye freundete sich sogleich mit den beiden Zugpferden an (“belgische” Kaltblüter), und Chandler war über seine warme Jacke sehr froh.
Allerdings – Chandler war den ganzen Tag sehr froh (ist er eigentlich meistens). Sehr viel zu sehen gab es auf dieser großangelegten Farm. Gerät, Maschinen, Tiere (Ziegen, Schafe, Kühe, Ponys, Truthähne, Hühner, Wachteln), Gemüse (Mais, Tomaten, Kürbisse, Gurken, Paprika, Chili, Soja). Einiges ungewöhnliches hausgemachtes Essen (etwa eine Marmelade aus grünen Tomaten und Chilis). Auch einen sehr gut gemachten Kinderspielplatz gab es (um den Souveniershop haben wir einen großen Bogen gemacht).
Faye gefiel insbesondere der “Barrel Ride” – ein Zug aus Wägelchen für 3-6 Jährige, die aus Plastikfässern geschnitten waren, und die von einer John Deere Zugmaschine gezogen wurden). Allerdings: wie Ihr seht, waren wir alle gut eingepackt. Die Zeit zu Farmbesuchen und Hayrides ist für 2010 wohl so ziemlich vorbei – es wird einfach zu kalt.





Wir haben früher (vor Chandler) diese Farm schon ein paar mal besucht. Pferde, Rinder, Büffel, Bison, Schweine, Enten, Gänse, Ziegen, Schafe, Esel, Hühner, Truthähne, Katzen, Hunde. Und etwas ungewöhnlicher: Emus, Frettchen, Schildkröten und Zebus - auf dieser Farm gibt es so ziemlich alle Tiere, die das Kinderherz höher schlagen lassen. Dies war der erste Besuch mit unserem Söhnchen.

Die Zicklein fressen einem aus der Hand; die Hasen sind in einem Stall, den man nur als “Langohr-Villa” bezeichnen kann; die Esel sind so sauber gestriegelt, als ob sie gerade vom Frisör kommen würden; und die Pferde schauen so glücklich drein, weil ihre Arbeit nicht aus Pflug-Ziehen und Reiten besteht, sonder daraus, sich von den Kindern streicheln zu lassen. Und die Kürbisfelder sind so sauber, dass man sich schon anstrengen muss, dreckige Schuhe zu bekommen.
Und zu allem Überfluss hat der Bauernhof dann auch noch einen (hausgemachten) Spielplatz. Kein Wunder, dass das unserer Lokführerin gefällt. 
Klar, daß wir uns da wohlfühlten! Wir waren mit Faye’s Patentante Amy (die dieses Bild geschossen hat), sowie deren Tante Susie, Cousine Jennifer und Neffe William unterwegs auf dem “Pumpkin Patch Express” (siehe den Artikel von gestern).
Und hier ein ganz besonderer Faye Moment: immer auf den richtigen Stil bedacht, bemühte sich Faye sogar einem Pony die Frisur herrichten. Und das kleine Mini-Pferdchen lies das alles tapfer und wiederstandslos über sich ergehen. Der Farmer hatte uns versichert, daß die Tiere sehr gutmütig sind. Waren sie auch tatsächlich. Nur gut, daß Faye keine Haarspangen greifbar hatte.
Amy zog es vor, auf dem großen Kürbis zu posieren. Faye dagegen, wollte ihn am liebsten gleich mitnehmen. Ihre Logik war einfach: wenn es orange ist, sollten wir es mitnehmen. Em, nein, Faye, wir brauchen wirklich nicht jeden einzelnen Kürbis, der auf dieser Riesenfarm wächst.
“Einsteigen, Bitte!” So ruft der freundliche Schaffner Paul Gahn nach dem obligatorischen Pfiff mit der altertümlichen Trillerpfeife. An seiner makellosen Uniform und seinem stets freundlichen Lachen erkennt man, daß der Rentner mit voller Begeisterung dabei ist. Letzten Samstag hatten wir drei Tickets auf dem “Pumpkin Patch Express” (Kürbisfeld Express) gelöst – es war die erste Zugfahrt in Faye’s Leben. Und sie hat sie absolut genossen. Die Fahrt ging auf der Lebanon-Monroe-Railroad, einer privaten Linie die einer Reihe von Eisenbahnveteranen und Enthusiasten im Großraum Cincinnati gehört. Für das Zugpersonal ist das Restaurieren des Geräts, und das Fahren der Züge, ein Freizeithobby. Die Linie fährt vier Mal im Monat. Mit den Ticketerlösen, und Spenden, sowie jeder Menge unentgeltlicher Arbeit, finanziert sich die Eisenbahnlinie halbwegs von selbst.
In den 80er Jahren legte die staatliche Eisenbahngesellschaft Amtrack den kompletten regionalen Personen-Eisenbahnverkehr im Großraum Cincinnati still. Nur Fracht, und überregionale Personenzüge (auf der Linie New York City – Chicago) halten heute noch in Cincinnati. Damals schloss sich schnell eine Gruppe von Eisenbahnfans zusammen. Sie kauften eine Lokomotive und ein paar ausrangierte Waggons der Indiana-Ohio Linie, und machten ihre eigene Gesellschaft auf.
Die Waggons sind Baujahr 1930, die Lokomotive stammt von 1941. Das klassische Zeitalter der Eisenbahn in den USA war zwar in den 1890’ern, aber heutzutage gilt jeder Schienenverkehr in diesem Land als Nostalgie. Mit dem Luxus eines ICE sind diese Wägen absolut nicht zu vergleichen. Zwar ist alles liebevoll und detailgenau restauriert, aber auf Komfort waren die Züge der 30er Jahre eben nicht ausgelegt. Dennoch, für Faye, die hier mit Amy’s Cousine Jennifer und Amy’s Neffen William spielt, war es ein großes Erlebnis.
Danach gab es einen lauten Pfiff von der Dampflok, und wir bestiegen unsere Waggons zur Rückreise. Auf der Rückfahrt verliebte sich der zweijährige William dann so sehr in Faye, daß er ihr gleich eine ganze Batterie Knutscher gab. Naja, als gutaussehendes Mädchen, muß Faye wohl früher oder später lernen, wie man mit so einer Situation umgeht.
Umso mehr Freude kam deswegen bei Faye auf, als sie auf Craig’s Pferdefarm ein kleines Kätzchen fand, das (für uns komplett unverständlich), einfach nicht von ihr wegrannte. Dieses arme kleine, etwas zottelige Katzenkind hat Faye dann den ganzen Abend beknuddelt.
Viel Mühe kostete es Mammi Faye ins Gewissen zu reden: “Faye, das Kätzchen hat jetzt genug und will runter”.
Nun denn, die Chance wegzulaufen war da. 
Samstag Nachmittag und Abend verbrachten wir auf der Farm unseres Freundes Craig im kleinen Städtchen Batavia in Ohio. Batavia liegt ca. 20 Meilen östlich von Cincinnati im Hinterland von Ohio, und ist von der städtischen Entwicklung noch recht unberührt.
Und hier bekommt der Hengst Uno gerade sein Abendessen. Quarterhorses sind recht große Pferde. Größer als die Vollblüter, die man normalerweise auf Rennstrecken sieht. Quarterhorses haben ihren Namen daher, daß sie auf Kurzstrecken, bis zu einer Viertel-Meile (“Quarter Mile”, ca. 400 Meter) unschlagbar sind. Erst bei den längeren Rennen, wie etwa dem Kentucky Derby, setzen sich die kleineren, ausdauernden, Vollblüter durch.
Tja, das ist doch mal ein ganz anderer Ritt als auf einem kleinen Pony. Wie sieht die Welt von dort oben aus, Faye?
