Mittwoch, 27. April 2011

Rain, Rain, Rain, Rain, …

Im Moment gibt es hier im Drei-Staaten Gebiet (dem Grossraum Cincinnati) vor allem ein Thema: das Wetter. Genauer, der Regen. 2,5 Zoll Regen fallen im typischen April. Bis heute hatte der April 2011 schon 10 Zoll Regen. Und es ist nicht nur der Regen, der hier Probleme bereitet. Stürme, bis hin zur Tornado-Stärke, ziehen über den mittleren Westen hinweg.

Jeden Abend haben wir Gewitter, mit teilweise sehr starken Donnerschlägen ( so stark, daß unsere Kinder davon aufwachen). Der Ohio Fluss führt sehr starkes Hochwasser. Der Landkreis Boone gibt seit zwei Wochen konstant Flut-Warnung, und die meisten Tage in den letzten zwei Wochen hatten wir entweder Sturm- oder gar Tornadowarnungen.

Wir leben so hoch in den Hügeln von Nord Kentucky, dass uns die Flutwarnungen nicht direkt betreffen. Aber die Tornadosirenen hören wir regelmässig. Ein Freund von mir, der etwas südlich von uns wohnt, wurde von seinem Haus evakuiert (und er muss wohl ein paar Tage lang in einer Turnhalle wohnen).

Restaurants und andere Einrichtungen am Fluss sind bis auf weiteres geschlossen – wir befürchten, dass selbst unser geliebtes Aquarium in Newport irgendwan schliessen muss. Das wäre sicherlich beinahe ironisch – ein Aquarium das wegen Wasser schliessen muss. Und wo bringt man dutzende ausgewachsener Haie in einem Notfall unter? Aber noch ist das nicht so weit.

Noch vor zwei Wochen hatten wir richtig schönes Frühlingswetter. Wir grillten zum ersten Mal in diesem Jahr. Die Osterglocken blühten, und die Tulpen sahen so aus, als ob sie kurz vor dem Aufblühen waren. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Der Boden ist mit Wasser gesättigt und teilweise übersättigt. Neuer Regen formt beinahe sofort grosse und tiefe Pfützen. Viele Pflanzen sind weggeschwemmt, andere vermutlich ertrunken.

Und dennoch, wir haben es hier verhältnismässig sehr gut. Weiter im Süden und im Westen haben Tornados ganze Dörfer von der Landkarte gefegt. Es gibt viele Obdachlose. Und es gab einige Todesfälle. Da kann man sich über ein paar ertrunkene Tulpen nicht beschweren.

(Die Bilder auf diesem Post stammen nicht von mir, sondern von einer Website der lokalen Fernsehstation WLWT, auf der Zuschauer ihre eigenen Fotos hochladen können. Die Originale können hier angeschaut werden).

Montag, 25. April 2011

Spass mit Photoshop

Faye & Chandler Fairytale Fantasy (7)

Frohe Ostern von unseren zwei Bunnies!

Gerade recht zum Ostermontag (der in Deutschland ein Feiertag ist, in den USA leider nicht).

Aber, Moment, sind das nicht etwa vier Bunnies auf dem Bild? Und wie schön der Himmel und die Blumen …

Jeder der Kinder hat wird verstehen, daß wir unsere zwei Kleinen nach so einer Fotositzung auf der grünen Wiese gleich in die Badewanne stecken mussten.  Also, hier sind sie in der Badewanne …

 

Faye & Chandler -tub

Und danach sind wir dann auf einen Tropenstrand in der Karibik gegangen, wo mir dieses schöne Bild gelang …

shell-Edit

Sonntag, 24. April 2011

Happy Easter

Family Shot

Die Bunnies aus Hebron wünschen allen Lesern des Anzeigers Happy Easter!

The Princess

Frohe Ostern von der Prinzessin!

 

 

 

 

 

 

Hey Ladies!

 

Und Frohe Ostern vom Vorstandsvorsitzenden!

Samstag, 23. April 2011

Bei der Lektüre

Maunzy loves reading her Kindle

Wie allgemein bekannt, wird bei uns in der Familie gerne gelesen. Selten, daß wir nicht ein Buch irgendwo in der Nähe haben. Dieses Bild hier zeigt Maunzy bei der Lektüre eines Romans auf ihrem Kindle. Lesen Eure Katzen etwa noch Papierbücher?

Freitag, 22. April 2011

Nach dem Bad

Mit frisch gewaschenen Haaren kuschelt sich Chandler gerne ins weiche Handtuch. Und dann spielt er am liebsten “Verstecken” (er zieht das Handtuch übers Gesicht und verschwindet dadurch).

Dann muss Daddy ihn durch lautes Rufen suchen, bis Chandler mit lautem Gackern und breitem Grinsen das Handtuch wegzieht, und wieder zum Vorschein kommt.

Unser all-abendliches Versteckspiel.

Mittwoch, 20. April 2011

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Chandler bei "Spice", unserem Lieblingsthai in Hebron.

Zeit für den ersten Computer?

So ganz sind wir uns dessen noch nicht sicher, aber wahrscheinlich wird Faye in den nächsten Tagen ihren ersten Computer bekommen. Sie liebt es in der Bücherei an den Kindercomputern dort (man beachte die bunte Tastatur) Lernspiele zu machen. Und diese Software kann man sich auch für zu Hause ausleihen.

Working on a computer

Man stelle sich eine Schar gezeichneter Enten vor, die in einem See rumschwimmen. Jede Ente ist mit einem Buchstaben gekennzeichnet. Eine Stimme sagt an, daß Faye nun jede Ente mit dem Buchstaben “A” im See anklicken soll. Für jeden “Treffer” bekommt sie zur Belohnung eine kleine Melodie vorgespielt. Oder sie sieht einen Haufen von Töpfen, von denen jeder eine Nummer trägt. Mit der Maus soll sie dann alle Töpfe mit geraden Nummern herausziehen. Die Spiele sind auf ihre Vorschulstufe abgestimmt, und scheinen ihr Spass zu machen.

Vermutlich werden wir demnächst also Claudias alten Computer re-aktivieren. Mit einem neuen Betriebssystem versehen, vom normalen Internet-Zugang abgeklemmt, und mit einem Benutzerkonto für Faye, mit dem sie selbst keine Software installieren kann. Das Gerät steht dann an einem Platz, wo Mammi und Faye gut zusammen arbeiten können.

Mal sehen, wie das klappt.

Dienstag, 19. April 2011

Ein Krieg der bis heute anhält (Teil 2)

(Dieser Post ist eine Fortsetzung der im ersten Teil begonnenen Serie über den amerikanischen Bürgerkrieg, der am 12. April 1861 begann).

In den Geschichtsbüchern ging der amerikanische Bürgerkrieg mit der Kapitulation des Oberkommandierenden Robert E. Lee am 9. April 1865 bei Appomattox in Virginia. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten vor Fort Sumter. Es zeigte sich ziemlich schnell, daß damit nur der militärische Teil des Krieges beendet war. Psychlogisch hält der Kampf bei heute an.

Nur fünf Tage nach seinem militärischen Sieg fiel Präsident Abraham Lincoln einem Attentäter zum Opfer. Der Mörder, John Wilkes Booth, war ein Sypmathisant der Südstaaten. Und dann begann die große Umdeutung des Kriegsgrundes. Jefferson Davis, der Präsident der kurzlebigen Südstaaten Konföderation rief 1861, kurz vor Beginn des Krieges, seine Landsleute mit den folgenden Worten zum Kampf: “Wollt Ihr es zulassen, daß Euch Euer Eigentum [… eure Sklaven …] geraubt werden – oder werdet Ihr tapfer für Freiheit, Eigentum und Ehre kämpfen?”. 1866 (ein Jahr nach der Niederlage) dagegen veröffentlichte Davis ein Buch in dem er die Sklavenfrage als einen “vom Norden aufgebauschten Vorwand” bezeichnete, um die Macht im Süden zu erobern. Er beschrieb das Vorkriegsleben im Süden als eine Idylle von gutmütigen Plantageneignern und zufriedenen “Dienstboten”, deren “Instinkt ihnen nahelegte, sich in ihr glückliches Los zu fügen”. “Niemals gab es eine glücklichere Gegenseitigkeit zwischen Arbeitern und Kapital.”

Niemand im Norden griff Jefferson Davis wegen dieser offensichtlichen Lüge an. Zu sehr hatte man an den Folgen seiner eigenen Verluste zu kämpfen, zu sehr war man darauf bedacht, dem militärisch geschlagenen Süden einen “ehrenvollen Weg zurück in die Union” zu ebnen. Ein verhängnisvoller Fehler. Das Argument der Krieg sei vom Norden begonnen worden und die Sklavenfrage sei nur ein Vorwand gewesen wurde zur Lebenslüge des südstaatlichen Selbstverständnisses. Bald schon begannen Hobby-Historiker damit, die südliche Vergangenheit zu verklären und sie folkloristisch schönzuwaschen (das Foto oben zeigt einen “Veteranenverband” in Virginia voller Stolz mit der Rebellenflagge – aufgenommen im Jahr 2011).

Mein Freund AJ aus Texas bekam noch in den 80er Jahren von seinen Gymnasiallehrern beigebracht, von dieser Periode als dem “Krieg der nördlichen Aggression” zu reden (wenn er keinen Verweis bekommen wollte). Auch heute regelt der Lehrplan von Texas (ähnlich wie dem der meisten Südstaaten) die Wortwahl. Im Süden spricht man nun vom “Krieg zwischen den Staaten”, im Norden vom “Bürgerkrieg”. Und es bleibt nicht bei der Wahl des einzelnen Begriffes: der Süden stellt den Krieg auch heute noch als einen Konflikt dar, in dem die noble Konföderation versuchte, die legitimen Interessen ihrer Staaten auf Autonomie und Eigenständigkeit durchzusetzen (bevor sie vom militärisch mächtigeren Norden in die Niederlage gezwungen wurden).

Und diese Geschichtsfälschung hat Erfolg: zu Beginn diesen Jahres (2011) gaben mehr als zwei Drittel der weissen Bevölkerung des Südens der USA bei einer wissenschaftlichen Umfrage an, daß die Ursache des Krieges “eine Auseinandersetzung um Rechte der Staaten” war, nicht die Fortsetzung der Sklavenhaltung.

Von aussen mag diese Borniertheit lustig wirken, ein bisschen starrköpfig vielleicht. Aber wenn man in den USA lebt wird man sich schnell über die weittragenden Folgen dieser Lügnerei bewusst. Die Sklavenhaltermentalität ist vielerorts im Süden zu einem weitverbreiteten Rassenhass und zu Fremdenfeindlichkeit gemorpht. Da man die schwarze Bevölkerung nicht mehr offiziell nieder halten durfte, tauchte der Ku Klux Klan auf, der das “inoffiziell” erledigte – mit Mord und Totschlag. Noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es vielerorts Gesetze, die effektiv Schwarzen das Wahlrecht nahmen.

Als die Plantagen im Süden nach dem Krieg gezwungen waren, für Arbeitskraft zu bezahlen, waren sie auf einmal nicht mehr konkurrenzfähig. Die Baumwollindustrie des Südens brach zusammen. Zur militärischen Niederlage kam der wirtschaftliche Kollaps. Gerade die einst reichen ländlichen Gegenden der Konföderation haben sich auch heute, 150 Jahre danach, noch nicht davon erholt. Rassenhass garantiert eine Bevölkerung die mit sich selbst in Konflikt lebt. Hohe Gewaltbereitschaft und weit verbreitete Armut führen zu hohen Verbrechensraten. Fremdenhass und Korruption verhindern die Ansiedlung neuer Unternehmen und Investitionen – Verbrechen, Hass und Armut pflanzen sich gegenseitig fort. Von den 10 ärmsten Staaten der USA befinden sich alle 10 im Gebiet der ehemaligen Konföderation. Das ist kein Zufall.

Wenn man weiss, wonach man schaut, findet man diese Spaltung der Bevölkerung auch heute noch in sehr vielen Bereichen.

  • Im Sport: Baseball und Basketball sind traditionell im Norden starke Sportarten, Football und Nascar Rennen sind eher im Süden stark.
  • In der Musik: Rock, Folk, Rock’n’Roll, Grunge, Hip-Hop kommen aus den Norden. Bluegrass, Dixieland, und insbesondere Country kommen aus dem Süden.

Und natürlich in der Politik: im Süden sind traditionell die Parteien stark, die es schaffen, Rassismus (wie vorsichtig auch immer formuliert) in ihre Platform aufzunehmen. Welche Partei das gerade ist, ändert sich hin und wieder. Abraham Lincoln war Republikaner. Bis in die 80er Jahre hinein waren die Republikaner die Partei des Nordens, und die Demokraten beherrschten den Süden. Aber Lincoln würde heute seine Partei nicht wieder erkennen. Under der Führung der zwei Bushs drehte sich dieses Bild komplett rum. Heute beherrschen die Republikaner den Süden – und die Demokraten stellen einen farbigen Präsidenten.