Dienstag, 19. April 2011

Ein Krieg der bis heute anhält (Teil 2)

(Dieser Post ist eine Fortsetzung der im ersten Teil begonnenen Serie über den amerikanischen Bürgerkrieg, der am 12. April 1861 begann).

In den Geschichtsbüchern ging der amerikanische Bürgerkrieg mit der Kapitulation des Oberkommandierenden Robert E. Lee am 9. April 1865 bei Appomattox in Virginia. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten vor Fort Sumter. Es zeigte sich ziemlich schnell, daß damit nur der militärische Teil des Krieges beendet war. Psychlogisch hält der Kampf bei heute an.

Nur fünf Tage nach seinem militärischen Sieg fiel Präsident Abraham Lincoln einem Attentäter zum Opfer. Der Mörder, John Wilkes Booth, war ein Sypmathisant der Südstaaten. Und dann begann die große Umdeutung des Kriegsgrundes. Jefferson Davis, der Präsident der kurzlebigen Südstaaten Konföderation rief 1861, kurz vor Beginn des Krieges, seine Landsleute mit den folgenden Worten zum Kampf: “Wollt Ihr es zulassen, daß Euch Euer Eigentum [… eure Sklaven …] geraubt werden – oder werdet Ihr tapfer für Freiheit, Eigentum und Ehre kämpfen?”. 1866 (ein Jahr nach der Niederlage) dagegen veröffentlichte Davis ein Buch in dem er die Sklavenfrage als einen “vom Norden aufgebauschten Vorwand” bezeichnete, um die Macht im Süden zu erobern. Er beschrieb das Vorkriegsleben im Süden als eine Idylle von gutmütigen Plantageneignern und zufriedenen “Dienstboten”, deren “Instinkt ihnen nahelegte, sich in ihr glückliches Los zu fügen”. “Niemals gab es eine glücklichere Gegenseitigkeit zwischen Arbeitern und Kapital.”

Niemand im Norden griff Jefferson Davis wegen dieser offensichtlichen Lüge an. Zu sehr hatte man an den Folgen seiner eigenen Verluste zu kämpfen, zu sehr war man darauf bedacht, dem militärisch geschlagenen Süden einen “ehrenvollen Weg zurück in die Union” zu ebnen. Ein verhängnisvoller Fehler. Das Argument der Krieg sei vom Norden begonnen worden und die Sklavenfrage sei nur ein Vorwand gewesen wurde zur Lebenslüge des südstaatlichen Selbstverständnisses. Bald schon begannen Hobby-Historiker damit, die südliche Vergangenheit zu verklären und sie folkloristisch schönzuwaschen (das Foto oben zeigt einen “Veteranenverband” in Virginia voller Stolz mit der Rebellenflagge – aufgenommen im Jahr 2011).

Mein Freund AJ aus Texas bekam noch in den 80er Jahren von seinen Gymnasiallehrern beigebracht, von dieser Periode als dem “Krieg der nördlichen Aggression” zu reden (wenn er keinen Verweis bekommen wollte). Auch heute regelt der Lehrplan von Texas (ähnlich wie dem der meisten Südstaaten) die Wortwahl. Im Süden spricht man nun vom “Krieg zwischen den Staaten”, im Norden vom “Bürgerkrieg”. Und es bleibt nicht bei der Wahl des einzelnen Begriffes: der Süden stellt den Krieg auch heute noch als einen Konflikt dar, in dem die noble Konföderation versuchte, die legitimen Interessen ihrer Staaten auf Autonomie und Eigenständigkeit durchzusetzen (bevor sie vom militärisch mächtigeren Norden in die Niederlage gezwungen wurden).

Und diese Geschichtsfälschung hat Erfolg: zu Beginn diesen Jahres (2011) gaben mehr als zwei Drittel der weissen Bevölkerung des Südens der USA bei einer wissenschaftlichen Umfrage an, daß die Ursache des Krieges “eine Auseinandersetzung um Rechte der Staaten” war, nicht die Fortsetzung der Sklavenhaltung.

Von aussen mag diese Borniertheit lustig wirken, ein bisschen starrköpfig vielleicht. Aber wenn man in den USA lebt wird man sich schnell über die weittragenden Folgen dieser Lügnerei bewusst. Die Sklavenhaltermentalität ist vielerorts im Süden zu einem weitverbreiteten Rassenhass und zu Fremdenfeindlichkeit gemorpht. Da man die schwarze Bevölkerung nicht mehr offiziell nieder halten durfte, tauchte der Ku Klux Klan auf, der das “inoffiziell” erledigte – mit Mord und Totschlag. Noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es vielerorts Gesetze, die effektiv Schwarzen das Wahlrecht nahmen.

Als die Plantagen im Süden nach dem Krieg gezwungen waren, für Arbeitskraft zu bezahlen, waren sie auf einmal nicht mehr konkurrenzfähig. Die Baumwollindustrie des Südens brach zusammen. Zur militärischen Niederlage kam der wirtschaftliche Kollaps. Gerade die einst reichen ländlichen Gegenden der Konföderation haben sich auch heute, 150 Jahre danach, noch nicht davon erholt. Rassenhass garantiert eine Bevölkerung die mit sich selbst in Konflikt lebt. Hohe Gewaltbereitschaft und weit verbreitete Armut führen zu hohen Verbrechensraten. Fremdenhass und Korruption verhindern die Ansiedlung neuer Unternehmen und Investitionen – Verbrechen, Hass und Armut pflanzen sich gegenseitig fort. Von den 10 ärmsten Staaten der USA befinden sich alle 10 im Gebiet der ehemaligen Konföderation. Das ist kein Zufall.

Wenn man weiss, wonach man schaut, findet man diese Spaltung der Bevölkerung auch heute noch in sehr vielen Bereichen.

  • Im Sport: Baseball und Basketball sind traditionell im Norden starke Sportarten, Football und Nascar Rennen sind eher im Süden stark.
  • In der Musik: Rock, Folk, Rock’n’Roll, Grunge, Hip-Hop kommen aus den Norden. Bluegrass, Dixieland, und insbesondere Country kommen aus dem Süden.

Und natürlich in der Politik: im Süden sind traditionell die Parteien stark, die es schaffen, Rassismus (wie vorsichtig auch immer formuliert) in ihre Platform aufzunehmen. Welche Partei das gerade ist, ändert sich hin und wieder. Abraham Lincoln war Republikaner. Bis in die 80er Jahre hinein waren die Republikaner die Partei des Nordens, und die Demokraten beherrschten den Süden. Aber Lincoln würde heute seine Partei nicht wieder erkennen. Under der Führung der zwei Bushs drehte sich dieses Bild komplett rum. Heute beherrschen die Republikaner den Süden – und die Demokraten stellen einen farbigen Präsidenten.

Montag, 18. April 2011

Frühjahrsputz

Chandler our Swiffer Boy

So ein Fußboden, der will sauber gehalten werden. Mamma hat da zwar ihre Roboter-Armee (die “Roombas” von iRobot), aber von (Menschen-) Hand gereinigt siehts halt doch ganz anders aus. Also – nichts wie ran an den Swiffer, das Tuch auf dem Mop gespannt, und dann wird der Fussboden geswiffert.

Für unseren Sohn haben wir einen Swiffer in Kindergröße zusammengebaut – nachdem er immer von Mammi’s Swiffer Mop so fasziniert war, daß er ihn im ganzen Haus rumschleppte.

Ist verständlich: er sieht die Erwachsenen ständig damit hantieren; das Gerät ist leicht, und die gleitende Bewegung muss unseren Chandler faszinieren.

 

Chandler our Swiffer Boy

Und Claudia freut sich natürlich, daß sie so einen eifrigen Helfer hat!

Sonntag, 17. April 2011

Friday Fish Fry

The Codfather wants YOU to come in!

Am Freitag besuchten wir zum letzten Mal in diesem Jahr den “Friday Fish Fry” bei der “Mary Queen of Heaven Church” im Städtchen Erlanger. Letztes Jahr hatte ich das schon kurz erwähnt: “Friday Fish Fry” ist so eine Art wöchentliches Pfarrfest das viele katholische Pfarreien in den USA Freitags während der Fastenzeit abhalten (aber nicht am Karfreitag, deswegen war vorgestern der letzte Fish Fry dieses Jahr).

Claudia and Stacie

Offiziell geht man dorthin, um am Freitag Fisch zu essen. Tatsächlich geht man hin, um Nachbarn, Freunde und Bekannte zu treffen. Und genau das passierte dann auch. Unsere Nachbarn die Millers trafen wir zweimal. Unsere Nachbarin Stacie (Chandlers Patentante, hier im Bild mit Claudia) gehörte gar zu den Köchinnen.

The Codfather - with a beer

Serviert wurde in der Turnhalle der MQH Schule (Faye wird dort ab September den Kindergarten besuchen).

Zu Essen gab es “cod” (Kabeljau) gebacken, fritiert oder gegrillt (alternativ auch Shrimps). Und zum Nachtisch konnte man zwischen Dutzenden von Pfarreimitgliedern gespendeten Süsspeissen wählen. Der Wahlspruch lautet": “The best fish this side of heaven!” (Der beste Fisch auf dieser Seite des Himmels).

Besonders beliebt ist bei unseren Kindern der “Codfather” (wer Englisch kann wird sich über dieses Wortspiel amüsieren), der mit seinem Riesenfisch und seinem Mafiosikostüm zum Wahrzeichen des MQH Fish Fry’s geworden ist. Hinter der Maskerade steck John Geisen, Eigentümer einer Restaurantkette im Großraum Cincinnati, der viel Verantwortung für die fehlerfreie Logistik der Fish Fry Aktion trägt.

IMG-20110408-00010Unsere Kids mochten das Essen – und einfacher als selber zu kochen, war es allemal.

Samstag, 16. April 2011

Faye an der Kamera

Pictures of Mommy

Gelegentlich will Faye unbedingt mit Pappa’s großer Kamera fotografieren – schliesslich ist sie selbst so oft das Subjekt. Dann dreht sie gerne die Kamera rum, und fotografiert Mammi und Daddy. Diese Bilder hier wurden bei schönem warmen Nachmittagslicht aufgenommen.

Pictures of Daddy

Macht sie doch gut, unser big girl, oder?

Freitag, 15. April 2011

Scheiterhaufen

Jeff lighting the fire

Es war schon eine ziemliche Menge an Buschwerk, die wir hier verbrannten. Und die Flammen schlugen 5-6 Meter hoch (man betrachte unseren Nachbarn Jeff links im Bild).

Faye and Ethan

Über mehrere Wochen hinweg hatten wir daran gearbeitet, unser kleines Waldstück von den schlimmsten Dornen- und anderen Büschen zu befreien. Jetzt, nachdem Chandler laufen kann, müssen wir damit rechnen, daß er darin herumspaziert. Auf diesem Bild hier schauen sich Faye und Ethan das Feuer gemeinsam an.

Roasting Marshmellows

Hier sieht man Faye und Sarah wie sie zusammen im Feuer Marshmellows rösten. Ich persönlich kann halbverkohlten Marshmellows zwar nichts abgewinnen (genausowenig wie nicht-gerösteten), aber amerikanische Kinder sind davon ganz begeistert. Und zugegeben – es ist einfacher Marshmellows zu grillen als Würstchen. Und so sieht das selbst-gegrillte Meisterwerk dann aus:

Roasting Marshmellows

So ein Lagerfeuer ist halt immer eine Gelegenheit zur spontanen Nachbarschaftsparty.

Watching the fire

Donnerstag, 14. April 2011

Ein problematischer Siebzigster

Heute feiert Cincinnati, oder auch nicht, den siebzigsten Geburtstag von seinem “liebsten Sohn”, oder auch nicht. Also, das ganze ist problematisch. Fangen wir mal am Anfang an.

Am 14. April 1941 wurde in Cincinnati Peter Edward Rose geboren, von allen nur “Pete” Rose genannt. Pete ging in Cincinnati zur Schule. Er war nur ein mäßiger Schüler, zeigte aber schon sehr früh Talent im Sport, insbesondere für Baseball. Kurz vor dem Schulabschluss musste er ein Klasse wiederholen – und entschied sich statt dessen, professioneller Baseballspieler zu werden. Und im Baseball Sport blühte er dann so richtig auf.

Von einigen Trainingseinsätzen zum Beginn seiner Karriere, und einem “Altersjahr” zum Ende seiner Karriere, abgesehen, spielte Rose ausschliesslich für die Cincinnati Reds. 1963 begann er zu spielen, 1984 hörte er auf. 21 Jahre lang als Profispieler in einem harten Sport. Nach Ende seiner Spielerkarriere managte Rose dann die Cincinnati Reds noch für weitere drei Jahre. 24 Jahre im Profisport. Das alleine verdient schon Anerkennung.

Doch Pete war nicht einfach nur ein Baseballspieler, und nicht einfach nur ein Manager. Er spielte mit einem Einsatz und einer Rücksichtslosigkeit wie kein Zweiter. Während andere zur rettenden Basis rannten, sprang er die letzten Meter und hechtete auf dem Bauch über den Sand ins Ziel, um so etwa eine halbe Sekunde schneller zu sein (siehe das Bild oben). In seiner Karriere wurde er vier mal zum “Spieler des Jahres” gewählt. Dreimal führte er als Spieler die Reds zur Weltmeisterschaft. Er war die wichtigste Waffe der “Big Red Machine”, der Manschaft der Reds die in den 70er Jahren, die den Profibaseball dominierte wie keine zweite davor oder danach. Rose stellte den Rekord für die meisten “Hits” (ein Spieler macht einen “Hit” wenn er mit dem Schläger den Ball trifft und ihn entweder aus dem Stadium hinaus (“Homerun”) oder auf die richtige Seite des Spielfeldes schlägt) im Profibaseball auf: 4.256 Mal traf Rose den Ball. Auch heute, fast 30 Jahre nach dem Ende seiner Spielerkarriere ist dieser Rekord unerreicht. Auf der (hypothetischen) Manschaft der “All Time Best” Baseballspieler (seit 1852 geführt) nimmt Rose Platz drei ein. Eine wichtige Stadtautobahn in Cincinnati ist nach ihm benannt (“Pete-Rose-Way”). Und auf seine Herkunft aus Cincinnati war er immer stolz. Er ist ohne jeden Zweifel der zweit-berühmteste Einwohner von Cincinnati (nach Neil Armstrong).

So, ein Ausnahmeathlet. Home Town Hero. Ungebrochener Rekord. Warum ist der 14. nicht ein Riesenfeiertag in Cincinnati? Nun, die Pete-Rose-Story ist damit leider noch nicht zu Ende. Seine Karriere endete ungut, und die Schlagzeilen die er seitdem machte waren meist keine positiven.

1989 wurde eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet wegen illegaler Sportwetten. Er stritt alles ab. Eine offizielle Untersuchungskommission wurde eingesetzt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Rose klagte gegen die Einsetzung der Kommission – und verlor den Prozess. Dann klagte er gegen die Veröffentlichung des Abschlussberichtes – und verlor auch diese Klage.

Der Bericht der Kommission deckte zahllose Verstrickungen von Rose in die Unterwelt und “Halbwelt” des organisierten Verbrechens und der illegalen Wettbüros auf. Der Athlet, der mit einem Millionen-einkommen eigentlich steinreich sein sollte, war bankrott und schuldete zweifelhaften Figuren viel Geld. In seiner Not hatte er Uniformen, Bälle, Schläger und andere Andenken an seine Spielerzeit verkauft – Millionenwerte im Andenkenmarkt. Nur das daraus resultierende Einkommen deklarierte er nie bei der Steuer. Wegen Steuerhinterziehung kam er dann für 6 Monate ins Gefängnis – das Ende seiner Trainerkarriere.

Aus dem Knast entlassen, gab Rose eine krankhafte Spielsucht zu, stritt aber nach wie vor ab, auf Baseball gewettet zu haben. Als immer mehr Zeugen auftauchten, die genau das behaupteten, gab Rose Jahre später zu: er habe auf Baseballspiele gewettet, aber nie auf seine eigenen. Er machte eine 6 monatige Therapie um sich von Spielsucht heilen zu lassen. Der Baseballverband schloss ihn auf Lebenszeit aus. Rose darf ohne Sondergenehmigung kein professionelles Baseballstadium mehr betreten.

2004 veröffentlichte er dann ein Sensationsbuch, “Mein Gefängnis ohne Gittern”. Das Buch war angeblich (ich habe es nie gelesen) recht selbstgefällig, und Rose sieht sich mehr als Opfer denn als Täter. Er gab erstmals zu, was jeder schon lange wusste: dass er auch auf seine eigenen Spiele gewettet habe. Nur habe er nie “gegen” seine geliebten Reds gewettet, behauptet er jetzt. Das Buch wurde ein Ladenhüter – selbst in Cincinnati war es schon vier Wochen nach der Veröffentlichung für $2 im Antiquariat zu haben. Die Leute hatten genug von der Pete Rose Geschichte, und er hat jede Glaubwürdigkeit verspielt. Buchstäblich.

Zu einer Re-Union der “Big Red Machine” 2005, 30 Jahre nach ihrer ersrten Weltmeisterschaft, kam es nicht, weil wenigstens ein Spieler sich weigerte, gemeinsam mit Rose aufzutreten. Als die Tageszeitung “Cincinnati Enquirer” Pete Rose 2001 (zu seinem sechzigsten Geburtstag) “den liebsten Sohn der Stadt” nannte, verklagte eine Gruppe aufgebrachter Bürger die Zeitung wegen Verleumdung. Sie wollten kein Teil einer Stadt sein, die Rose als “liebsten Sohn” betrachtet. Das Verfahren wurde aussergerichtlich durch Vergleich beendet, und der Enquirer verpflichtete sich, Rose nie mehr als “Cincinnati’s favorite son” zu nennen. Ich selbst habe Bekannte, die ihren Weg durch Cincinnati aus Prinzip so planen, daß sie den Pete-Rose-Way umgehen.

Und heute wird er siebzig.

Dienstag, 12. April 2011

Ein Krieg der bis heute anhält (Teil 1)

Heute vor 150- Jahren (am 12. April 1861) begannen die Milizen der Südstaaten mit dem Beschuss des Forts Sumter, einer Basis der US Armee im Bundesstaat South Carolina. Dieses Gefecht gilt als der Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges der vier Jahre lang dauern sollte (am 9. April 1865 kapitulierten die Armeen der Südstaaten).

Was war geschehen? 1860 zeichnete sich die Wahl von Abraham Lincoln aus Illinois als 16. Präsidenten der USA aus. Lincoln war ein erklärter Gegner der Sklaverei. Der Satz “all men are created equal” (alle Männer sind gleich geschaffen) aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung wurde zu seinem Wahlkampfslogan.

Ironischerweise war es  Thomas Jefferson, ein Südstaatler und Sklavenhalter, der 1773 diesen Satz geschrieben hatte.

Bevor Lincoln ins Amt eingeführt werden konnte, erklärten 7 südliche Staaten (South Carolina, Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas) ihre “Sezession”, den Austritt aus der “Union” der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie bildeten die “Konföderation”, ihren eigenen Staatenverband. Nach dem Beginn der Feindseligkeiten vor Fort Sumter, rief Präsident Lincoln zu den Waffen um die Union zu verteidigen. Als Folge dieses Aufrufs sagten sich weitere vier Staaten (Virginia, Arkansas, Tennessee und North Carolina) von der Union los und schlossen sich der Konföderation an. Einige Staaten (sowie etwa Kentucky und Missouri) liebäugelten offen mit der Konföderation, ohne sich ihr offiziell jemals anzuschließen (auch wenn viele Freiwilligenverbände aus Kentucky auf Seiten der Konföderation kämpften). Einige Landkreise von könfederierten Staaten (etwa Tennessee und West Virginia) sagten sich darauf von ihrem eigenen Staat los, und schlossen sich der Union an. In der Karte oben sind die Südstaaten in rot, die mit dem Süden “sympathisierenden” Staaten in orange, die intern gespaltenen in gelb, die Nordstaaten in blau, und die mit dem Norden sympathisierenden Staaten in hellblau markiert.

Verwirrend vielleicht. Aber absolut tödlich. Der amerikanische Bürgerkrieg wurde zum ersten “Industriekrieg” der Weltgeschichte. Die Südstaaten hatten (zumindest anfangs) mehr Soldaten, insbesondere viel mehr Kavallerie, und mit Robert E. Lee den vermutlich besten Offizier des Krieges als Oberkommandierenden General. Die Südstaatenarmee war voll kampfbereit als die Union noch nicht einmal mobilisiert hatte. Zu Anfang sah alles nach einem schnellen, klaren Sieg für den Süden aus. Aber dazu kam es bekanntlich nicht.

Die Truppen der Südens stießen schnell, zu schnell, in den Norden vor. Ihr auf Pferdetransporte ausgelegter Nachschub konnte mit den schnell voran-stürmenden Kavallerietruppen nicht mithalten. Den Truppen ging zuerst die Munition, dann die Verpflegung aus, und sie wurden im Stellungskrieg aufgerieben.

Ulysses Grant, der Oberkommandierende der Nordstaaten, zog die richtige Konsequenz und gab seinen Truppen den Befehl, im Gegenzug nur so schnell nachzustoßen, wie Eisenbahngleise für den Nachschub gelegt werden konnten. Das garantierte seinen Truppen den wichtigen Nachschub – und es gab den Nordstaaten die nötige Zeit, etwa zwei Millionen Soldaten zu rekrutieren und auszubilden (doppelt so viel, wie die Südstaaten hatten). Diese Strategie führte zum Sieg. Aber auch zu einem vier Jahre langen Krieg der den größten Teil des Südens (und einen ziemlichen des Nordens) verwüstete.

Was mit schnellen Reiterei-Angriffen begann, entwickelte sich bald zu einem fast stationären Grabenkrieg mit massiven Artillerieschlägen. Während die ersten Schlachten von hunderten von Soldaten geschlagen wurden, kämpften mehrere Hunderttausend in den Entscheidungsschlachten von Shiloh, Vicksburg, Antiem und Gettysburg. Zu Anfang kämpften Regimenter, zum Schluß Armeegruppen.

Zum ersten Mal waren ganze Städte massiven Bombardements ausgesetzt, mit dem erklärten Ziel, die Industriekapazität des Gegners zu vernichten. Die Städte Nashville, Franklin, Atlanta, Savannah, Charlston und Richmond wurden fast dem Erdboden gleichgemacht (hier ein Foto des zerstörten Charlston). Zum ersten Mal in der Kriegsgeschichte starben deutlich mehr Zivilisten als Soldaten. Und zum ersten Mal waren Kriegsberichterstatter und Fotografen mit an den Frontlinien dabei – der Bürgerkrieg wurde zum ersten wohldokumentierten Krieg der Geschichte.

(im zweiten Teil befassen wir uns damit, was der Titel schon andeutet)

Montag, 11. April 2011

Kaum zu bremsen …

… war Chandler, als wir im Studio ein paar Familienaufnahmen schossen. Er wollte unbedingt zu Daddy

Crawling Towards Daddy

Oder wollte er etwa zu Mamma, die hinter Daddy stand und ihn anfeuerte? Nein, wer wollte sicher zu Daddy. Schliesslich hat er mit dem ja immer so viel Spaß.

The Men in the Family

Samstag, 9. April 2011

Was mir der Osterhase wohl bringen wird?

Mit dieser Frage schaffte ich es, Faye bei einem Fotoshoot etwas aufzulockern.

USA-KY-2011-1497

Freitag, 8. April 2011

Auge um Auge …

Cuban Tree Frog

Bei unserem letzten Besuch im Newport Aquarium hatte ich es mal ganz bewusst auf die Augen abgesehen.

Red Lionfish

Ob bei dem kubanischen Baumfrosch oben, oder dem roten Löwenfisch hier links – wenn man dem Tier in die Augen blicken kann, gibt einem das gleich ein ganz anderes Gefühl von Nähe – auch wenn der Fisch auf der anderen Seite einer dicken Glaswand ist. Und diese dicke Glaswand ist manchmal sehr wichtig – so etwa hier, wo Faye einen Leopardenhai in Augenschein nimmt. Schau mir in die Augen, Kleines!

Seeing Eye to Eye with a Leopardshark

Donnerstag, 7. April 2011

Impression aus Detroit

Sooo lange musste ich bei meiner kürzlichen Europareise ungeplant auf dem Flughafen Detroit warten, daß ich meine Kamera zusammenbaute, und im Flughafenterminal zu fotografieren begann. Wie man sieht – es war wenig los (war auch schon ziemlich spät).

Waterfeature at DTW

Mittwoch, 6. April 2011

Modezeichnung

Drawing Fashion (2)

Diese schwarze Mappe mit Zeichenschablonen, Vorlagen für verschiedene Kleidermodellen, Accessoires wie Hüte, Taschen, Bänder, Schuhe und Schmuck, Stoff- und Musterproben und hübsch herausgeputzten Beispielbildern hat Faye von Oma und Opa aus Deutschland bekommen. Es war ein sofortiger Hit. Gar zu gerne schnappt sie sich nun ihre Buntstifte, macht es ihr irgendwo bequem, und ist dann für eine Stunde lang intensiv damit beschäftigt, eine der Puppen-Vorlagen modisch zu kleiden.

Hier hat sie es sich gerade auf unserem warmen Holzfussboden vor der Verandatür bequem gemacht. Die Frühlingssonne taucht das Zeichenwerk in warmes, orangenes Licht, und Faye ist in ihrer Konzentration kaum zu stören. Sehr sorgfältig geht sie hier vor – dieser Puppe will sie blondes Haar mit verschiedenen Bändchen verpassen.

Drawing Fashion

Dienstag, 5. April 2011

Herzlichen Glückwunsch zum 30.!

Heute vor 30 Jahren wurde der “tragbare Computer” geboren: die Firma Osborne stellte ihr Modell “Osborne 1” vor. Für $1.795 bekam man einen 4KHz “schnellen” Kasten der 24 Pfund wog, einem 5-Zoll (13 CM) Röhrenbildschirm hatte, und zwei Diskettenlaufwerke sowie eine in den Deckel eingebaute Tastatur besass. Ca. 10.000 Stück verkaufte Osborne von diesem Modell, bevor die Firma 1983 Pleite ging.

Ihre Idee war gut – nur das Timing von Osborne war schlecht: einige Monate nach der Markteinführung des Osborne 1, stellte IBM den “Personal Computer” (“PC”) vor, der ziemlich schnell den Firmenmarkt dominierte (also diejenigen, die es sich leisten konnten, $1.795 für einen Computer auszugeben). Der IBM PC lief mit dem Microsoft Disk Operating System (DOS), dem Vorläufer des heutigen Betriebssystems Windows. Der Osborne 1 dagegen wurde mit dem Betriebssystem “CP/M” ausgeliefert, das ziemlich bald ausstarb.

Dennoch: die Idee des Osborne 1 war eine gute. Compaq Computer stellte ca. zwei Jahre später ein fast ähnliches Gerät mit einen 7-Zoll Röhrenbildschirm vor, basierend auf Microsoft DOS, und das wurde ein Verkaufsschlager.

Tja, und heute ist der Laptop dabei zugunsten des iPads auszusterben.

Montag, 4. April 2011

Das größte Innenpanorama der Welt

Panoramaaufnahmen sieht man normalerweise von Landschaften – vorzüglich von sehr großen Landschaften. Der Grand Canyon eignet sich vortrefflich dafür. Der britische Fotograf Jeffrey Martin hat jetzt allerdings etwas sehr grandioses vorgelegt, daß dieser Regel widerspricht: das größte Innenraum-Panorama der Welt.

Martin fotografierte die Philosophische Bibliothek des großen Strahov Klosters in Prag. Diese Bibliothek gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen des Wissens des 18. und 19. Jahrhunderts. Von vielen der hier gesammelten Bücher gibt es keine andere bekannte Kopie irgendwo sonst auf der Welt. Das Kloster habe ich zwar während meiner Zeit in Prag besucht, aber in diese Bibliothek kommt man normalerweise nicht rein (der Fotograf trägt auf dem obigen Bild Winterkleidung, weil die Bibliothek auf 6ºC temperiert wird, um die wertvollen Bücher optimal zu erhalten).

Nun, was Mr. Martin da zustande gebracht hat, ist auch alles andere als “normal”: mehr als 3000 Einzelaufnahmen hat er in einer Woche in Strahov geschossen, und sie dann per Software zu einem grandiosen 360º Panorama zusammengesetzt. Alleine um das anfängliche Matching der Bilder hinzukriegen, rechnete ein Großcomputer 110 Stunden. Das fertige Bild misst stolze 40 Gigapixel (40 Millionen Megapixel).

Man kann das Ergebnis seiner Arbeit hier betrachten. Drückt zunächst einmal auf “Cancel” um das eigentliche Bild zu sehen. Mit der Maus könnt Ihr dann nach links/rechts, oben/unten fahren. Mit der “Umschalten” Taste kann man in das Bild reinzoomen, mit der “Steuerung” (Strg) Taste kann man rauszoomen. Am unteren Bildrand findet man einen “Start/Stop Tour” Knopf, der eine sehenswerte Überstichtstour startet.

Das Bild ist derart detailliert, daß man sogar von den entferntesten Regalen noch die Titel auf den Buchrücken lesen kann.

Sonntag, 3. April 2011

Die Röhre Runter …

Chandler's First Slide

So erging es hier Chandler, der bei dieser Gelegenheit im Innen-Spielplatz des Newport Aquariums zum ersten mal solo eine Röhren-Rutsche runter rutschte.

Zu unserer Überraschung, scheit er sich beim Rutschen gedreht zu haben, denn er kam unten kopf-voran an. Mamma hatte ihn natürlich oben ganz normal auf die Rutsche gesetzt.

Erst war er ganz still, dann hat er geweint, dann hat er gelacht. War wohl gut, daß ihn seine geliebte große Schwester unten aufgefangen hat. Es will halt alles gelernt sein.

Und zur Belohnung nahm Faye dann ihr kleines Brüderchen an die Hand, und zeigte ihm ein paar ihrer Lieblingsplätze im Aquarium. Na also. Hat sich doch gelohnt, Chandler.

Brother & Sister

Samstag, 2. April 2011

Im Kreise ihrer Familie …

… wird Claudia heute ihren Geburtstag feiern. Und nein, auf ihrer Torte wird keine “1” stehen (Claudia wird 29). Aber eine Torte wird es geben, und eine Feier, und Gesang. Happy Birthday, Claudia!

One Candle

Freitag, 1. April 2011

Neue Produktideen im Web

Am heutigen 1. April wurden überall im Web ein paar fantastische neue Produkte vorgestellt – muß wohl der Beginn des neuen Quartals sein. Der Hebroner Anzeiger bemüht sich natürlich, die besten Deals sogleich an seine Leser weiterzumelden.

1) Das Re-Cycle Fahrad

Aus Deutschland kommt die erste Innovation: die Site “Firebox” verkauft ein neuartiges Fahrrad, das komplett aus Altpapier gebaut ist.

Wie die Site erklärt, wurde das völlig neuartige Konzept von ihren Chefingenieuren Herrn Zeug und Herrn Unsinn entwickelt. Das Fahrrad ist leicht, einfach zu tragen, und wird als “Bauanleitung” geliefert. Und wenn man keine Lust mehr zum Radeln hat – wirft man den Pappenesel einfach in den nächsten Altpapiercontainer – für nur 17 Euro wahrlich ein Schnäppchen.

2) Die Essbare Zeitung

Aus London kommt diese Innovation: die Stadtzeitung “Metro” kommt ab morgen in einer “essbaren” Variante auf den Markt.

Wie diese Test-Leser (Test-Esser?) in der Londoner U-Bahn hier demonstrieren, wird das nun hauptsächlich aus Maisstärke, Speiseöl und Wasser gefertigte Blatt in Zukunft keinen dauerhaften Abfall mehr produzieren – in klarer Beitrag zum Umweltschutz. Etwas Zitrussäure ist in die Formulierung mit eingegeben, um den Geschmack zu verbessern. Und eine Dosis Ascorbinsäure (besser bekannt als “Vitamin C”) sorgt dafür, dass die Leser/Esser der Metro gesünder über die kalte Jahreszeit kommen.

3) Verbilligte Tickets zur

Königshochzeit

Die Diskount-Site Groupon bietet heute ein absolutes Schlagerprodukt an: für nur 8 britische Pfund kann man ein Ticket zur Königshochzeit im Mai kaufen.

Das von ursprünglich 1.200 Pfund heruntergesetzte Ticket schliesst nicht nur einen Platz auf der Gästeliste von Prinz William und Kate Middleton ein, sogar eine Privatführung durch Westminster Abbey (mit Prinz Philip als Fremdenführer) und ein Glas Hauswein pro Gast ist im Paket inbegriffen. Nur – man muss schnell reagieren, bevor der Superdeal ausverkauft ist!

Der Hebroner Anzeiger hofft, damit ein paar Anregungen gegeben zu haben!

Opening Day 2011

Nun ist es offiziell Frühling! In Cincinnati beginnt der Frühling nicht etwa am 21. März, sondern am “Opening Day” – dem ersten Heimspiel der Cincinnati Reds in jeder Saison. In dieser Baseball-verrückten Stadt wird die Rückkehr der Reds automatisch mit einer Parade, und einem Volksfest gefeiert. Warum auch nicht.

Etwas kühl war es heute – Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Aber einen richtigen Reds Fan schreckt das natürlich nicht ab. Wozu hat man Jacken, Kapuzen, Decken und Klappstühle?

Schliesslich sind wir ja nicht in Miami.

Immer wieder gern gesehen sind bei der Opening Day Parade die historischen Uniformen der Cincinnati Red Stockings von 1969 (damals wurden die Red Stockings das erste professionelle Sportteam der Welt).

Hier führt ein Bäcker aus Florence seinen 18-Monate alten Enkel in der Parade an der Hand. So wächst man hier in Cincinnati von klein auf mit Baseball auf. Der Sport wird einem sozusagen in die Wiege gelegt.

Das hier ist Joe Morgan, der legendäre 2nd Baseman der Cincinnati Reds aus den 70er Jahren. Damals errang er mit seinen Reds zwei Weltmeisterschaften. Danach schrieb er Bücher über Baseball, machte als Sportkommentator Karriere, und machte sich vielfach um Cincinnati verdient. Heute, mit 67 Jahren, ist Joe Morgan der “Grand Marshall” der Opening Day Parade.

Und hier noch eine ganz besondere Truppe: das ist eine Gruppe von Kindern der Immaculate Heart of Mary Schule in Burlington (die Schule, die Faye derzeit besucht), die ihre Schule bei der Parade vertraten. Faye selbst lag zu diesem Zeitpunkt mit Fieber zu Hause im Bett. Sie wäre sicherlich gerne mitgelaufen. Irgendwann klappt das auch mal.

Ach ja – Baseball wurde an diesem Donnerstag auch gespielt. Die Reds schlugen die Brewers aus Milwaukee mit 7:6. Hoffentlich ein gutes Omen für eine weitere tolle Saison. Die letzte war schliesslich fantastisch.

Hier unten seht Ihr eine sehr interessante “Zeitraffer-Minute”, aufgenommen im “Great American Ballpark”, dem Basball-Stadium der Stadt. Es zeigt die Vorbereitungen bis zum Beginn des Spieles. Macht Spass anzusehen.

Donnerstag, 31. März 2011

Hab ich da was versäumt?

Anscheinend hätte ich, als Faye geboren wurde, in eine doppelläufige Schrotflinte investieren müssen.

 

 

 

 

 

 

Ob es dafür jetzt zu spät ist?