Posts mit dem Label church werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label church werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. Februar 2011

Die Beichte–als iPhone App

Schaut mal genau auf das heutige Datum – es ist nicht der erste April, und dieser Artikel ist kein Aprilscherz: die katholische Kirche der USA hat offiziell eine Applikation (ein Programm) für das iPhone abgesegnet die das Beicht-Sakrament unterstützen soll. Das Programm ist von einer kleinen Softwarefirma in South Bend/Indiana (der Heimatstadt der Notre Dame University) geschrieben, und es hat die offizielle Zustimmung der Katholischen Bischofskonferenz der USA.

Wie der Artikel in Blog der New York Daily News weiter ausführt dient das Programm aber nur zur Vorbereitung auf die Beichte, es soll keinesfalls das Beichtsakrament ersetzen. Die Absolution muss immer noch von einem Prieseter im Beichtstuhl erteilt werden. Immerhin, die “Beicht-App” ist das erste religiöse iPhone Programm überhaupt, das von der Leitung einer größeren Kirchenorganisation offiziell abgesegnet wurde.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Ich taufe Dich …

The magical moment

Das hier ist Father Michael Comer, Pastor der Gemeinde Immaculate Heart of Mary in Burlington, der Chandler am Taufbrunnen tauft. Wer Chandler kennt der weiss, daß er es hasst auf dem Rücken zu liegen und nach hinten geneigt zu werden. Dementsprechend hat der Father Comer dann auch seine Meinung gesagt. Andererseits – auch das war nichts, was der Herr Pfarrer nicht schon gehört hätte.

His Baptism Suit

Zur Feier des Tages trug er einen schneeweissen Anzug: Hose, Hemd, Fliege und Weste. Als “baptism suit” kann man hierzulande sowas kaufen. Nur für die Schuhe mussten wir uns etwas einfallen lassen: Chandler hat so große (genauergesagt: so hohe) Füsse, dass ihm keine der normalen “baptism shoes” passten.

Also bekam Chandler sein erstes Paar “Sneakers” (Sportschuhe) verpasst – die gab es wenigstens in allen denkbaren Grössen, und auch in weisser Farbe. Also – elegant, und zugleich sportlich gekleidet war er, unser Sohn.

Und toll aussehen tut er natürlich, ganz egal in welcher Kleidung

Flirting with Caroline

Wr hatten ca. 40 Gäste bei der Feier, darunter viele Kinder. Chandler fühlte sich in ihrer Mitte sichtlich wohl. Dieses Bild hier zeigt ihn mit der besonders hübsch rausgeputzten Caroline. Tochter von Chandlers Taufpatin Stacie.

Als Teil der Zeremonie wurden die Eltern gebeten, dem Täufling nochmal ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen.

Trying to keep Chandler calm

Und schliesslich stellte sich Father Comer zum Gruppenfoto (Stacie ist ganz links im Bild):

Family shot with Fr. Comer

Mittwoch, 2. Januar 2008

Kirchbau 1907 und 2007

Der Erlenbacher Stadthistoriker (besser bekannt als "Opa Alois") hat mich gerade mit einer kniffeligen Frage konfrontiert: 1907 wurde die Erlenbacher Kirche für 35.000 Reichsmark renoviert. Wieviel Geld entspricht das heute, 100 Jahre später?

Er hatte ein paar Daten: 1907 kostete ein halber Liter Bier 11 Pfennig (0,11 Reichsmark). Heute kostet ein halber Liter (laut Alois) 3 Euro, also ca. 6 DM. Vielleicht müsste man einfach den Betrag von 35.000 mit 54.55 multiplizieren ? (6/0.11 = 54.55). Demnach würden die 35.000 Reichsmark von damals ziemlich genau einer Million Euro von heute entsprechen. Wenn die Währung auf Bier basieren würde, stimmte die Logik. Doch nichtmal in Bayern gab es eine Bier basierende Währung.

Nun, wie die meisten ökonomischen Fragen hat diese mehr als eine Antwort. Direkt inflationieren kann man die Summe von 35.000 Reichsmark von 1907 nicht. Die deutsche Währung hat sich in den 100 Jahren von 1907 bis 2007 zu häufig geändert. Die Reichsmark war bis 1914 eine sehr stabile Währung. Dann begann die Reichsregierung den Krieg mit der Druckerpresse zu bezahlen. Und erst kam Inflation, dann (nach dem verlorenen Krieg) Hyperinflation. 1923 wurde die Währung abgelöst: man konnte eine Billion Reichsmark (d.h. 1.000.000.000.000 Mk) in eine "Rentenmark" umtauschen (die Rentenmark wurde 1924 wieder in "Reichsmark" umbenannt). 1948 wurde die (neue) Reichsmark dann nach einem weiteren verlorenen Krieg durch die "Deutsche Mark" ersetzt. Umtauschverhältnis: 10:1. Und schließlich kam 1999 der Euro. Umtauschverhältnis: 1 Euro = 1:1,95583 DM.

Der Blick in die Währungsgeschichte beantwortet die Frage also auch nicht. Ein Bankguthaben von 35.000 Reichsmark, angelegt in 1907, wäre ab 1923 total wertlos gewesen. Nur - hier geht es um Baurechnungen, nicht um Bankkonten.

Daher ein etwas anderer Ansatz: die Reichsmark war von 1878 bis 1914 deswegen eine so stabile Währung, weil sie einem Goldstandard unterlag. Die 10 Mark Münze enthielt 3,5842 g Feingold. Und "Feingold" von 1907 ist exakt dasselbe wie Feingold von 2007. Laut Bundesbank entspricht daher die Kaufkraft einer Reichsmark (bis ca. 1912) der Kaufkraft von ca. 9,35 Euro heute. Die 35.000 Reichsmark hatten 1907 also dieselbe Kaufkraft wie 327.000 Euro heute. Das ist die erste Antwort auf die Frage "Wieviel Geld entspricht das heute?".

Aber - diese Antwort ist mit Vorsicht zu geniessen: "Kaufkraft" wird durch einen sogenannten "Konsumenten Warenkorb" bestimmt. Die Bundesbank stellt einen (hypothetischen) Korb von Konsumprodukten zusammen, und verfolgt jedes Jahr dessen Preisentwicklung. Damit macht man aber eine sehr spezielle Aussage:
Wenn der Erlenbacher Pfarrer von 1907 die 35.000 Reichsmark nicht in die Kirche investiert hätte, sondern im Supermarkt damit Brot, Käse, Butter, Fleisch, Benzin, und Kleider gekauft hätte, dann müsste der Pfarrer von 2007 für dieselbe Menge an Brot, Käse, Butter, Fleisch, Benzin, und Kleider 327.000 Euro ausgeben.

Warum ist das ein Problem? Nun, hier geht es um Bauarbeiten, nicht um Konsumprodukte. Für dieses Geld könnte der Pfarrer von 2007 nicht dieselben Bauarbeiten an seiner Kirche kaufen, für die der Pfarrer von 1907 mit seinen 35.000 Reichsmark bezahlte. Baukosten sind im wesentlichen durch Arbeitslöhne bestimmt. Und Löhne inflationieren sich anders (schneller) als Konsumprodukte.

Es gibt aber statistische Internet Sites die eine solche Rechnung ermöglichen. Leider nicht für den deutschen Bereich, aber für den amerikanischen. Das bringt noch andere Ungenauigkeiten mit sich, ist aber das beste, was wir tun können. Nach einer solchen Site würden 35.000 Reichsmark an Lohnkosten von 1907 ungefähr Lohnkosten von EUR 526.600 in 2007 entsprechen. Also: wenn der Erlenbacher Pfarrer heute dieselben Reparaturen an seiner Kirche durchführen liese, die sein Vorgänger in 1907 in Auftrag gab, würde ihn das ungefähr EUR 526.600 kosten.

Sonntag, 26. Juni 2005

Kappelle auf Achse

Die Kirche auf dem Sattelschlepper - der Lastwagenpfarrer von der Autobahn I-75.