Samstag, 31. Januar 2009

Daddy, ich will Schlitten fahren!

Wenn Faye mit diesem Satz in mein Büro platzt, dann bedeutet das zwei Dinge:

  • “fahren” bedeutet: “Daddy, zieh mich!”, und
  • JETZT!

Also rein in die Winterstiefel, den Schal umgebunden, die Fäustlinge an, die Jacke um das Töchterchen, Mütze nicht vergessen, und dann wird die kleine Schneemumie nach draussen bugsiert.

Der Schlitten Marke “Red Flyer” wartet an den Türrahmen gelehnt, also kanns gleich losgehen.

Manchmal machen wir den Weg zum Briefkasten, manchmal laufen wir Treetop Lane und Eagle View Drive hinunter; manchmal versuchen wir uns an einem Hang bei unserem Haus. Faye’s einziges Kommando ist normalerweise: “Schneller, Daddy!”

Egal was, Faye hat einen Riesenspaß dabei. Und Daddy auch.

Freitag, 30. Januar 2009

Vereistes Treetops

Frisch aus der Presse - vor 30 Minuten habe ich diees kurze Video geschossen. Wir hatten heute Nacht etwas Neuschnee, und jett ist unsere ganze Siedlung Treetops wieder komplett weiss.

Einen Tag lang Spaß im Schnee

Was macht noch mehr Spaß, als in die Schule zu gehen? Richtig – den ganzen Tag lang im Schnee herumzutollen! Und dazu gab es heute für Faye genau die richtige Gelegenheit: morgens waren die Straßen im Landkreis Boone vereist, und dichter Schneefall raubte einem die Sicht. Also blieb Faye von der Schule zu Hause (und Daddy arbeitete auch von daheim aus). Und diesen Tag daheim genoss sie wie ein Wochenende.

Faye kümmert sich liebevoll um ihren Schneemann. Eine Mütze hat er jetzt bekommen, und einen Schal. Nachdem der Schal pink ist, vermuten wir, dass es sich hier um eine Schneefrau handelt.

Fallon, eine 9 Jahre alte Nachbarin von uns, hat sich auch einen Schneemann gebaut. OK, der ist etwas größer als Faye’s, aber nicht so fesch gekleidet. Der schwarze Hut ist schon ganz ok, und die Oreos als Augen und Knöpfe sind auch nicht verkehrt, aber mit einer Indiana Mütze und einem rosa-farbenen Schal kann das natürlich nicht konkurrieren.

Nur, dass er ein Herz hat, das hat Fallon’s Schneemann Faye’s Schneeman deutlich vorraus. Daran müssen wir das nächste mal denken.

 

 

Neben Schneemann bauen gab es natürlich auch ordentlich viel Schlittenfahren. 

Wie gut, dass wir in Treetops so viele schöne Hänge haben.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Der große Eisregen von 2009

Dienstag auf Mittwoch Nacht gabe es hier wieder einen dieser Stürme, die in diesem Ausmaß nur in Amerika möglich sind: vom Golf von Texas aus schob sich warme und feuchte Luft über den amerikanischen Kontinent nach Norden. Gleichzeitig drang arktische (eiskalte) Luft von Kanada aus nach Süden. Und als die beiden Luftmassen über der riesigen amerikanischen Ebene zusammenstossen, gab es einen perfekten Wintersturm.

In einem riesigen, mehr als 3000 Kilometer langen Bogen, der von Galveston und Houston im Süden von Texas, bis nach Buffalo in New York, an der Grenze zu Kanada reichte, wechselten sich Eisregen und Schneefall ab.

Bei uns viel der Eisregen von Mitternacht bis ca. 7:30 Uhr Morgens. Und ab 7:30 setzte sehr starker Schneefall ein. So stark, dass ich teilweise von meinem Fenster aus die Nachbarhäuser nicht mehr sah. Und nachdem es gegen Mittag aufklärte, sahen unsere Bäume und Sträucher so aus.

Straßen waren praktisch unbefahrbar. Die ganze Region hatte einen Schneenotstand ausgerufen. Meine Firma empfahl ihren Mitarbeitern, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Firma unseres Nachbarn Charlie hatte gar ganz geschlossen. Genauso geschlossen waren sämtliche öffentliche Schulen. Es gab keine Zeitung, keine Post, und keine Müllabfuhr.

Die Vögel freuten sich sehr über das Futter, das wir ihnen anboten. Auch wenn unser Vogelhaus deutlich vereist war. Aber das hält natürlich unser Raubtier nicht davon ab, die Szenen draussen ganz genau zu beobachten. Vom Schnee hält Maunzy nicht viel. Aber den Vögeln zuzuschauen ist für sie wie spannendes Fernsehen.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Schnee, und kein Strom

Von wegen “keine Stromausfälle”. 55.000 Kunden von Duke Energy sind nun ohne Strom. Bei uns sind allerdings die Lichter an. Gut so.

Wintermahl

Bekomme gerade eine Nachricht: offensichtlich sind heute derart wenige Mitarbeiter in den Büros, dass die Kantine das Mittagsmenü drastisch gekürzt hat. Heute gibt es nur Pizza und die Salatbar (normalerweise haben wir die Wahl zwischen 6 verschiedenen Menüs).

Und was gibt es zu Hause zu essen, von wo aus ich heute arbeite? Acorn Kürbis, Reis und Hühnerbrust. Da lasse ich doch jede Pizza dafür stehen.

Schnee, Schnee, Schnee

Wir bekamen die versprochenen 8CM Schnee (siehe erstes Foto, gegen 8:00 morgens aufgenommen). Und danach schneite es fröhlich weiter. 15CM waren es gegen Mittag.

Tom beim Schneeräumen Unser Nachbar Tom ist bei uns immer gern gesehen. Aber wenn er bei 15cm Neuschnee mit seiner Schneeräume-Maschine auftaucht, dann ist er höchst willkommen.

Tom beim Schneeräumen

Und am Nachmittag, baute Faye, kräftig unterstützt von Mommy und Daddy ihren ersten Schneemann. Oder besser gesagt “Schneemännchen”.

Unser erster Schneemann

Und mit einem heissen Schlitten, Schnee, und einem tollen Hügel vor dem Haus: natürlich gingen Faye und Daddy Schlittenfahren.

Nach einer rasanten Schlittenfahrt

Dienstag, 27. Januar 2009

Der Sturm

Für heute Nacht wird der erste große Wintersturm des Jahres erwartet. Ca. 10cm Schnee, starker Wind und für morgen ist Eisregen vorrausgesagt. Die Cincinnati Ortsteile Cheviot und North College Hill melden gar im Moment schon Eisregen. Und der erste Schnee fiel bereits am Freitag (seit dem Wochenende liegt bei uns eine dünne Schneedecke).

In den örtlichen Supermärkten von Bigg’s und Kroger gab es einen Ansturm auf Molkereiprodukte, Brot und Konserven – Leute decken sich für alle Eventualitäten ein. Mark Mallory, der Bürgermeister von Cincinnati, hat angeordnet, daß auch ja alle 20 Streufahrzeuge der Stadt zur Arbeit fahren (muß man sowas als Bürgermeister anordnen? Wozu hat die Stadt Cincinnati sonst eigentlich die Streufahrzeuge?). Und die Fluglinie Delta, die den Flughafen von Cincinnati dominiert, hat extra eine Notrufnummer eingerichtet, bei der man sich über Flugverspätungen und gestrichenen F lügen informieren kann.

Duke Energy, der örtliche Stromversorger, gibt bekannt, dass sie wegen des Sturmes keine Stromausfälle erwarten (eine sehr mutige Vorhersage, wenn man weiss wie sehr hier die Stromversorgung auf Aussenleitungen angewiessen ist).

In unserer sonnenverwöhnten Region gehört ein bischen Panik vor einem eigentlich harmlosen Winterwetter wohl auch zum guten Ton. Aber jeder hat natürlich den großen Blizzard

Technorati Tags: ,,,

von 2007 in Erinnerung (bei der Gelegenheit sind die Bilder hier geschossen), nach dem die Bäume und Sträucher der Region für fast zwei Wochen lang in Eishüllen verpackt waren. Und der Eisregen von kurz vor Weihnachten 2008 hat mich persönlich ja auch erwischt. Also man eben vorsichtig.

Wir hier in Hebron nehmens gelassen. Und wir spielen dazu die richtige Musik: klassischen Rock von REO Speedwaggon aus dem Jahr 1974: “Riding the Storm Out”  (“Wir halten im Sturm aus”; klickt auf das Dreiecks-Symbol um das Lied anzuhören – VORSICHT- - Echter Rock!!!).

Montag, 26. Januar 2009

Alleine im Zoo

Nicht ganz, aber beinahe. Bei -8ºC packten wir unsere Tochter gut ein, und gingen den Cincinnati Zoo erkunden. Bei vielen Tiergehegen waren wir die einzigen, die den Tierchen Gesellschaft leisteten. Und dementsprechend zwanglos ging es auch zu.

Der Rote Panda etwa, ein Cousin des bekannteren Riesen Pandas (der mit dem schwarzen Fleck auf dem Auge), ist normalerweise sehr scheu, und versteckt sich gerne in den Bäumen, oder in einer Höhle. Heute lies er es sich schmecken, und mampfte genüsslich seine Bambusblätter.

Die japanischen Macaque Affen sind normalerweise absolute Publikumslieblinge. Heute war es kein Problem, einen guten Platz zum fotografieren zu bekommen.

Und die Pallas Katze schaut normalerweise auch nicht so gelassen drein, wie sie das hiert tut.

Sonntag, 25. Januar 2009

Frühlingsblumen

Ensemble of Purple Tulips

Heute eröffnete im Krohn's Conservatory in Cincinnati die Ausstellung "Spring Flowers 2009" ("Frühlingsblumen 2009"). Während es draussen mit -8ºC wieder richtig kalt geworden ist, kann man in den Gewächshäusern des Conservatory schon den Frühling vorahnen.

Grund genug für mich, meine zwei Schmetterlinge und meine Kamera einzupacken, und mir die Blütenpracht mal genau anzusehen. Schliesslich bekam ich zu Weihnachten ja ein neues Stativ geschenkt, und die Kombination Stativ und Makroobjektiv musste mal richtig ausprobiert werden.

Auf diese Detailaufnahme des Innenlebens einer Purpur-Tulpe bin ich stolz:

Closeups of Purple Tulips

An dieser Tulpe hat mich die rot-weisse Farbkombination fasziniert. Die Blume sieht fast aus wie ein Lollipop (und die Gattung heisst auch so - "Lollipop Tulip"). Ich habe vor kurzem damit begonnen, einige meiner Bilder über Online Fotoagenturen zu verkaufen. Mal sehen, ob sich für diese Bilder ein Käufer findet.

Samstag, 24. Januar 2009

Energieverbrauch

Heute hat der neue Präsident Obama die Grundrisse seines Konjunkturpaketes vorgelegt. Im Prinzip will er (mit einem Teil des Geldes) Investitionen in Energiesparen und alternative Energieförderung subventionieren. Das schafft zum einen Arbeitsplätze, zum anderen müssen die USA weniger Erdöl und Erdgas aus dem Mittleren Osten kaufen. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Smart.

Zum Thema Energiesparen könnten wir dem neuen Präsidenten ein paar Zahlen zeigen: diese Grafik zeigt den Stromverbrauch in unserem Haus für die Monate September, Oktober, November, Dezember und Januar, in den Jahren 2006 (grüne Balken), 2007 (rot), 2008 (orange) und 2009 (blau). Die Zahlen messen den Mengenverbrauch an Strom an einem durchschnittlichen Tag in diesem Monat.



Im Frühjahr 2007 haben wir unsere Fenster mit UV Schutzfolien versehen lassen. Das erklärt den Unterschied der Zahlen von 2006 auf 2007. Und im September 2008 hat Claudia all unsere Glühbirnen von "herkömmlichen" Glühbirnen auf Energiesparbirnen ausgewechselt. Das erklärt die unterschiedlichen Zahlen von 2007 auf 2008.

Im Vergleich sind die UV Folien die bessere Investition. Allerdings zeigt sich der Wert dieser Investition bei uns im Sommer (wenn die Klimaanlage das Haus weniger kühlen muss). Zwar helfen die Folien auch im Winter (wenn das geheizte Haus weniger UV Strahlung nach aussen abgibt). Da wir aber mit Gas heizen, ist dieser Effekt in der obigen Grafik nicht zu sehen. Diese Investition senkte unseren Stromverbrauch um ca. 25% im Sommer (15% aufs ganze Jahr gerechnet).

Die Energiesparlampen haben einen dramatischen Effekt in der "dunklen" Jahreszeit, wenn relativ lange beleuchtet wird. Hier haben wir Einsparungen zwischen 10% und 24% pro Monat.

Beide Investitionen zusammen sparen uns mehr als ein Drittel des (mengenmäßigen) Stromverbrauches.

Freitag, 23. Januar 2009

Kiwanis Meeting in North College Hill

Am Dienstag habe ich unseren Lt. Governor (Amy) zu einem Kiwanis Treffen im Cincinnati Ortsteil North College Hill begleitet.



Interessant zu sehen, dass dieser Kiwanis Club deutlich ältere Mitglieder hat als unser eigener Cincinnati Club. Keiner der Besucher war unter 65. Amy und ich waren die Youngsters. Ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte.

June war 92. Die älteste Besucherin. Einzige Ausnahme: zwei Gymnasiastinnen einer örtlichen High School (sie leiten den Kiwanis Club der Schule).

North College Hill Kiwanis Meeting

Donnerstag, 22. Januar 2009

Meine Prinzessinnen

My Princesses

Manchmal fühle ich mich wie in einem königlichen Haushalt. Faye läuft mit Tiara herum, Claudia tut ihr das sofort nach, und Maunzy ist sowieso die Chefin im Körbchen.

Aber wenn es um knifflige, verantwortungsvolle Aufgaben geht - etwa darum, Cinderella (Aschenputtel) ihre Glasschuhe anzuziehen - da bin ich dann wieder gefragt. Das kriegen kleine Finger noch nicht so ganz hin.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Ein Präsident und sein BlackBerry

Gerade mal einen Tag im Amt, muss Barack Obama nun schon den ersten Kampf mit der Washingtoner Bürokratie austragen: der für den Schutz des Präsidenten verantwortliche Secret Service will ihm nicht gestatten, seinen BlackBerry zu behalten.

Für diejenigen, denen der Begriff BlackBerry nichts sagt: dabei handelt es sich um eine einzigartig gelungene Kombination von Telefon, Kalender, To-Do Liste, und mobilem e-Mail Gerät. Ich habe selbst seit 2 Jahren so ein Gerät, und könnte meine Arbeit ohne es nicht bewältigen.

Mit ein paar Daumendrücken ist eine eMail beantwortet, ein Vorgang abgeheftet, oder eine Konferenz geplant. Jede Minute Zeit die ungeplant anfällt, ob beim Warten an der Supermarkt-Kasse, oder wenn jemand zu einer Verabredung zu spät kommt, kann produktiv genutzt werden.

Gestern las ich einen Artikel der schätzte, daß Obama's Beharren auf seinem BlackBerry für die Herstellerfirma kostenlose Werbung im Wert von wenigstens 50 Millionen Dollar ausmacht.

Nur einen Tag im Amt - und schon so viel wert.

Dienstag, 20. Januar 2009

Das Weisse Haus blogt

In einer seiner ersten Amtshandlungen, hat der neue Präsident Barack Obama, oder "44", wie er hier kurz und bündig genannt wird, im Weissen Haus ein "Büro für neue Medien" etabliert, geführt von einem Direktor Macon Phillips. Mr. Phillips hat dann auch recht schnell, 1 Minute nach Mittag (und damit 4 Minuten, bevor Obama den Amtseid ablegte), gleich den ersten Blog Artikel veröffentlicht: "whitehouse.gov erneuert sich".

Wer an dem Blog interessiert ist (der ist natürlich in Englisch geschrieben), der kann ihn hier verfolgen.

Warum würde irgendjemand diesen Job wollen?

Zur Amtseinführung von Barack Obama, als 44. Präsident der Vereinigten Staaten, habe ich im wesentlichen eine Frage, die ich nicht beantworten kann: warum eigentlich, würde irgendjemand heute diesen Job wollen?

Man überlege sich nur mal die Hindernisse: die Armee ist in zwei Kriege verwickelt, und bei keinem ist ein traditioneller "Sieg" auch nur möglich; die Arbeitslosigkeit ist so hoch, wie seit den 70er Jahren nicht mehr; die größten Firmen sind praktisch halbverstaatlicht, und nur noch mit Staatshilfte überlebensfähig; die Reputation des Landes ist so ruiniert, dass jemand der den Vorgänger mit Schuhen bewirft, selbst im Land teilweise applaudiert wird; die Bürger sind nach acht Jahren von Lügen und Korruption derart zynisch geworden, dass sie jemanden in das Parlament wählten, der hauptberuflich Clown ist (Al Franken in Minnesota); und das Budget ist derart überzogen, dass eine Deckungslücke von 1,2 Trillionen (1.200 Milliarden) droht. Warum also, möchte irgendjemand freiwillig US Präsident werden?

Hier der aktuelle Cartoon des Time Magazine: George W. Bush und Barack Obama fahren in der Staatskarosse. Bush sagt: "Barack - hier sind die Schlüssel. Wie Du siehst, sind sie im besten Zustand".


Das Geld ist es sicherlich nicht, was Obama bewegt. Er könnte als Rechtsanwalt ein vielfaches des Präsidentengehaltes von US$ 400.000 verdienen. Selbst seine Frau Michelle verdiente etwa das dreifache dieser Summe, bevor sie als "Kandidatenfrau" mit dem Job aufhörte.

Ein besonders sicherer Job ist es auch nicht. Auf jeden der US Präsidenten des 20. Jahrhunderts wurden während der Amtszeit wenigstens zwei Attentate verübt. Und seit George Washington wurden gar fünf der Amtsvorgänger Obamas im Amt ermordet.

Sicher, es gibt viele positive Seiten zum Job: wer am Schreibtisch im Oval Office des White House sitzt, ist ohne Zweifel der mächtigste Mann der Welt. Wenn er etwas sagt, hört nicht nur die Nation zu, sondern oft auch die ganze Welt. Sicherlich gibt es keine andere Position in der Welt, mit der man so viel gestalten kann. Und ausserdem: der Amtsvorgänger George W. Bush hat die Messlatte derart niedrig angelegt, dass Obama eigentlich kaum eine andere Chance hat, als erfolgreich zu sein: Obama kann einen kompletten Satz sprechen, ohne sich zu verheddern (Erfolg!); er braucht sich eigentlich nur an die Verfassung und die Gesetze seines eigenen Landes zu halten (Erfolg!); er könnte seiner Bevölkerung bei Fernsehansprachen hin und wieder mal die Wahrheit sagen (Erfolg!); er könnte Leute in Fühurngspositionen ernennen, die etwas von diesem Job verstehen, und deren einzige Qualifikation nicht darin besteht, für seinen Wahlkampf gespendet zu haben (Erfolg!).

Tja, einige Sachen sind überraschend einfach. "Low hanging fruit" (niedrig hängende Früchte), nennt man sowas im Englischen. Aber wenn diese low hanging fruit aufgebraucht sind, gibt es eben immer noch ein Rekorddefizit, Arbeitslosigkeit, eine desaströse Wirtschaft, und zwei Kriege.

Die Erwartungen an "44" sind unglaublich hoch. Er müsste fast messianische Fähigkeiten besitzen, wenn er sie alle erfüllen wollte. Aber, nach acht Jahren mit "43" sind wir in diesem Land nun schon mit wenigem zufrieden. Im Moment jedenfalls.

Montag, 19. Januar 2009

Arbeitsfrei - MLK Day

Heute, am dritten Montag im Januar, gedenken die USA dem Bürgerrechtler und Pfarrer Martin Luther King Jr., der 1968 ermordet wurde. Sein überragender Verdienst bleibt es, die amerikanische Bürgerrechtsbewegung auf einen gewaltlosen, konstruktiven Weg gebracht zu haben. Morgen, 41 Jahre nach King's Tod, wird mit Barack Obama der erste nicht-weisse Präsident ins Amt eingeführt. Das war nichts, wovon Martin Luther King Jr. in seiner berühmten "I have a dream" Rede zu träumen wagte. In der berühmten Rede, einer der wichtigsten in der Geschichte der amerikanischen Nation, ging es King mehr um Chancengleichheit:


"I have a dream that my four little children
will one day live in a nation
where they will not be judged by the color of their skin
but by the content of their character."


"Ich habe einen Traum - daß eines Tages meine vier kleinen Kinder
einmal in einer Nation leben werden
die sie nicht nach der Farbe ihrer Haut urteilt,
sondern nach ihrem Charakter."

Hier könnt Ihr eine Aufzeichung von Dr. Kings historischen Rede vor dem Lincoln Memorial in Washington DC sehen

Was mich am Präsidentschaftswahlkampf 2008 am meisten überrascht hat war, wie wenig relevant die Hautfarbe Obama's bei dieser Wahl eigentlich war. In all den Artikeln die ich letztes Jahr las, waren es eigentlich hauptsächlich die deutschen Korrespondenten die ständig diese Eigenschaft betont haben. In diesem Punkt sind die USA in den 41 Jahren seit Dr. King's Tod deutlich erwachsener geworden.

Dennoch: trotz der Inauguration Barack Obama's gibt es in Punkto Chancengleichheit in diesem Land noch viel zu tun. Aber wenigstens werden die Probleme anerkannt, und man arbeitet daran.

Samstag, 17. Januar 2009

Mittagsschlaf

Wenn Faye und ihre Klassenkameraden im Little Red Schoolhouse zum Mittagsschlaf hingelegt werden, bekommt jeder eine Schaumstoffmatratze. Wenn Faye ihre Puppen zum Mittagsschlaf hinlegt, bekommen sie eine Lego-Platte als Unterlage.

"The Kids" Take a Nap

Und so sehen wir hier Mary, Rica, Elmo, Jane und Emme beim "Nap" (dem Mittagschläfchen).

Freitag, 16. Januar 2009

Coocoo der Schaukel-Clown

Das beste Spielzeug ist doch immer das einfachste. Und Coocoo, der Schaukel-Clown, ist genial einfach: ein Clownförmige Holzfigur, stehend (schaukelnd) auf einer halb-kreisförmigen Kufe. Jeder Spieler hat einen Stapel an kleinen Holz-Zylindern. Unterschiedliche Größen und Farben. Und unterschiedliches Gewicht.

Jeder Spieler muss reihum einen Zylinder auf Coocoo legen. Bei wem etwas runterfällt, der hat die Runde verloren.



Die letzte Regel spielen wir nicht zu ernsthaft mit. Faye hat viel zu viel Spass daran, wenn es scheppert, kullert und rollt.
Einfach genial. Genial einfach.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Auch ein kleiner Fortschritt

Am Dienstag nächster Woche, dem 20. Januar 2009, wird Barack Obama in sein Amt als 44. Präsident der USA eingeführt. Diese Feier, die sogenannte "Inauguration", wird im ganzen Land an den Fernsehbildschirmen verfolgt. Die Vorbereitungen für die Amtseinführung laufen auf Hochtouren. So wurde etwa heute das offizielle Amtsportrait des baldigen Präsidenten veröffentlicht:



Dieses Bild hängt ab Dienstag in allen Gebäuden der Bundesregierung, in jedem FBI Büro, allen Sozialämtern (die sind hier Bundesbehörden), allen Poststellen, unzähligen Schulen und Kindergärten. Dabei wurde bereits ein winziger Fortschritt im Amt des Präsidenten bekannt: dieses Portrait des 44. Präsidenten ist das erste offizielle Amtsportrait, das mit einer Digitalkamera aufgenommen wurde (einer Canon 5D Mark II, für diejenigen, die's genau wissen wollen).

Willkommen im 21. Jahrhundert, Weisses Haus!

Mittwoch, 14. Januar 2009

Kalt wird es ..


... oder besser gesagt, "bleibt" es. Heute mittag war es bei -1ºC noch angenehm warm. Die nächsten Tage wird das Thermometer nicht über -10ºC klettern.

Unser nächstes Auto???

Toyota hat heute auf der Automobil Messe in Detroit den Prius für das Modelljahr 2010 vorgestellt:



Etwas stärkerer Motor; schnittiger; mehr Innenraum; Solarzellen betreiben die Klimaanlage (auch wenn das Auto parkt). Der ohnehin schon gute Spritverbrauch wurde von 46 mpg (5.1 L/100 KM) auf 50 mpg (4.7 L/100 KM) verbessert.

Wer weiss?

Dienstag, 13. Januar 2009

Bis nächstes Jahr!

Kürzlich im Newport Aquarium traf Faye nochmal Santa's Rentiere - kurz bevor diese ihre Heimreise an den Nordpol antraten.

Goodbye to Santa's Reindeer

Gelegenheit nochmal "bye" zu sagen, "Danke für alles", und "Achte auch nächstes Jahr wieder auf mein magisches Futter!"

Goodbye to Santa's Reindeer

Montag, 12. Januar 2009

Mr. Rabbit

Da tanzen und singen meine zwei Damen zu "Mr. Rabbit" ("Herr Hase"), einem Lied aus Faye's "Music Together" Musikunterricht.



Falls ihr Euch wundert, warum Faye im Pyjama tanzt: an dem Tag war im Little Red Schoolhouse "Pajama Day".

Sonntag, 11. Januar 2009

Geburtstagsparty

Am Samstag war Faye zur Geburtstagsparty ihres Klassenkameraden Owen eingeladen. Gefeiert wurde in "Kidsville", einem Spiel- und Sportkomplex für Kinder und Jugendliche in unserem Nachbarstädtchen Florence. Selbstverständlich bekam Owen ein Ständchen gesungen (auch wenn Faye nicht gross mit sang):



Faye ging dann lieber mit ihrem Freund Garret eine Runde Schulbus fahren:



Am besten allerdings, hat sie sich mit den Klettergerüsten und Rutschen amüsiert. Davon war sie fast gar nicht mehr weg zu kriegen:

Samstag, 10. Januar 2009

Erdbeben in Costa Rica

Im Oktober war ich noch in San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica. Dabei entstand dieses Bild des La Paz Wasserfalls. Gestern gab es in Costa Rica ein mittelschweres Erdbeben (6.4 auf der Richterskala). 14 Menschen sind bei dem Beben ums Leben gekommen, die meisten davon wurden unter Schlammlawinen begraben.

Meine Freunde in Costa Rica sind alle heil geblieben. Unsere Büros wurden nicht beschädigt (auch wenn ein paar Schränke umgefallen sind, Computer runterfielen, etc.). Mein Freund Holger Stockmann, der zufällig gerade in Costa Rica war, hat sich auch unversehrt gemeldet.

Das La Paz Hotel allerdings (unweit von der Stelle von der ich dieses Bild aufgenommen habe) ist von der Aussenwelt abgeschnitten und teilweise beschädigt. Im Moment werden gerade mehr als 200 Gäste (meist Touristen) und Angestellte mit Hubschraubern ausgeflogen.

Freitag, 9. Januar 2009

Jump!Zone

Jump!Zone ist eine Firma im Grossraum Cincinnati die ein einfaches, aber höchst-effektives, Produktkonzept hat: Innenspielplätze, in denen die Kids sich so richtig austoben können.

Fun at the Jump!Zone

Ganz in unserer Nähe, im Nachbarstädtchen Florence, gibt es eine Niederlassung von Jump!Zone. Am Samstag sind wir dort zum ersten mal mit Faye hingegangen. Und sie war komplett begeistert. Man stelle sich einen Raum in Größe einer Schul-Turnhalle vor, der komplett mit aufgeblasenen Attraktionen gefüllt ist. Trampoline, Hindernisparkoure, Klettergerüste, und vor allem Rutschen.

Fun at the Jump!Zone

Alle recht groß. Alle mit kreischenden Kids gefüllt (aber nicht überlaufen, Jump!Zone weist weitere Gäste ab, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist), alle butterweich, sodaß nichts passieren kann.

Fun at the Jump!Zone

Tja, und alles war so groß, daß auch die Mamma's und Daddy's ihren Spaß haben konnten. Eben für Kinder jeden Alters geeignet.

Fun at the Jump!Zone

Donnerstag, 8. Januar 2009

Schneespaziergang

Also mit den derzeitigen Temperaturen in Deutschland können wir nicht konkurrieren. Zwar haben wir auch einen Minus-Grad (-1ºC), aber keine doppelstellige Kälte. Was wir allerdings heute hatten war Schneefall.
Und da dachten wir uns, nehmen wir doch mal uns Töchterchen mit auf einen kleinen Schneepsaziergang. "Schneewanderung" haben wir gar nicht erst probiert.



Aber sie wollte partout im Schnee nicht laufen. Müssen wir ihr noch beibringen.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Kälte schreckt uns nicht

Deswegen wagten wir uns bei -8ºC in den Cincinnati Zoo, um kurz vor Weihnachten nochmal das "Festival of Lights" zu bewundern (und Amy und ihrer Familie "Frohe Weihnachten" zu wünschen).

Wie jedes Jahr standen ein Löwe und ein Elefant als Nussknacker am Eingang des Zoos Wache.
PNC Festival of Lights

Amy mit ihren Eltern, Sandy und Bob.
Amy's Family at the Festival of Lights

Faye und ihre Patentante - alle schön gegen die Kälte eingepackt.
Amy and Faye  at the Festival of Lights

Sandy Zimmerman, Amy's Mutter, bekämpfte die Kälte mit Wärmepäckchen. Es funktionierte.
Sandy warming up

Und hier ist nochmal die ganze Bande:
Group Shot  at the Festival of Lights

Dienstag, 6. Januar 2009

Süßer die Tasten nie klingen ...

Als junges Mädchen hat Claudia mal gelernt, Klavier zu spielen. 30 Jahre lang hat sie dann mit der Tastenkunst Pause gemacht. Nachdem Faye anfing, sich für die weißen und schwarzen Tasten zu interessieren, hatte Claudia auch wieder Interesse gefasst. Und dieses Jahr hatte sie einen Wunsch für den Weihnachtsmann: ein Piano.

Opening Claudia's Big Gift
Sicherlich ist ihr noch kein Verdacht gekommen, als im Wohnzimmer plötzlich ein ganz besonders großes Geschenk auftauchte. Was konnte das nur sein?

Immer zur Hilfe bereit, assistierte Faye dann ihrer Mama beim auspacken. Und tatsächlich: ein Piano kam zum Vorschein.

Zusammen mit einem ganzen Stapel Piano Literatur. Einem Selbst-Kurs. Einem Kinderliederbuch (falls Ihr es noch nicht gesehen habt, schaut Euch doch mal hier das Video von Claudia und Faye mit "Twinkle Twinkle Little Star" an).

Jetzt gilt es, 30 Jahre fehlende Praxis aufzuholen - und mit Faye um einen Platz auf der Pianobank zu konkurrieren.

Testing the New Piano