Freitag, 21. August 2009

Raketengeschichte (2): das Apollo-Programm

Hier winken mir meine zwei Damen von einem orangenen Metallgestell zu. Dies ist aber nicht irgendein Metallgestell, es ist der original Service-Arm der Apollo 11 Mission. Auf diese Teerpappe auf der Claudia und Faye stehen legten Armstrong, Aldrin und Collins im August 1969 ihre letzten Schritte auf der Erde zurück, bevor sie in die Mondkapsel eingeschlossen wurden.

Claudia lies es sich nicht nehmen, in den Kommandositz einer Apollo-Kapsel zu kriechen (diese Kapsel ist eine Atrappe im Originalmaß).

Wenn man sich anschaut, wie wenig Platz sie hat (bedenkt bitte, dass eine Besatzung aus drei Mann bestand), versteht man, warum die NASA immer recht kleine Astronauten aussuchte. Wenigstens hatte Claudia keine Mühe, die Kotrollinstrumente zu erreichen.

Der eigentliche Clou des Apollo-Programms war ohne Zweifel die gewaltige Saturn V Rakete – das Leistungsstärkste jemals von Menschenhand gebaute Fahrzeug. Drei massive Raketen-Stufen, ein Serive Modul (in dem die Mondfähre transportiert wurde), ein Kommando-Modul (Aufenthaltsraum für die Astronauten während des 4 Tage Flugs zum Mond), die Apollo-Kapsel, ein Kefelförmiger Aufsatz in dem die Landungsfallschirme untergrebracht waren, und ganz an der Spitze (auf dem rechts oben zu sehenden Metallgerüst) eine “Abbruchsrakete”, die bei einem Notfall während der Startprozedur die Kapsel mit den drei Astronauten schnell vom Rest der Rakete hätte entfernen sollen. Alles zusammen 110 Meter hoch (so hoch wie ein 36-stöckiges Hochhaus).

Hier wollte ich mal die massive Größe der ersten Stufe der Saturn V demonstrieren: 36 Kinder und zwei Lehrer einer Grundschulklasse, erkennbar an den grünen T-Shirts, laufen im Entenmarsch unter der ersten Stufe der Saturn V hinweg. Die Raketenstufe ist länger als die aus 38 Personen bestehende Menschenkette.

Mehr als 3000 Tonnen wog die Saturn V voll aufgetankt (das Betanken dauerte 30 Tage). Von den 3000 Tonnen Masse galten 96% als “hochexplosiv” (im wesentlichen rafiniertes Kerosin und flüssiger Sauerstoff). Wäre diese Rakete explodiert, so hätte sie die Sprengkraft eines kleinen Nuklearbombe gehabt. Während der Startsequenz durfte (ausser den Astronauten), niemand näher als 5KM bei der Rakete sein.

Da fragt man sich: welche Nerven muss jemand haben, der sich freiwillig in 110 Meter Höhe auf ein solches Monster setzt? Michael Collins, der Pilot der Mondrakete, wurde vor dem Abschuss gefragt, wie riskant der Raketenstart sei. Sein lakonischer Kommentar: “Du sitzt auf 12 Millionen Teilen, von denen jedes einzelne vom billigsten Anbieter gekauft wurde”. Das sind Nerven.

Tip von Claudia, Faye und mir: wer das Kennedy Space Center noch nicht gesehen hat, der hat Amerika noch nicht gesehen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Alles herrliche Bilder.

Ein Glück, Claudia, dass die Rakete nicht startete, als Du drinnen warst.

Gruss

O.u.O.