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Freitag, 1. April 2011

Opening Day 2011

Nun ist es offiziell Frühling! In Cincinnati beginnt der Frühling nicht etwa am 21. März, sondern am “Opening Day” – dem ersten Heimspiel der Cincinnati Reds in jeder Saison. In dieser Baseball-verrückten Stadt wird die Rückkehr der Reds automatisch mit einer Parade, und einem Volksfest gefeiert. Warum auch nicht.

Etwas kühl war es heute – Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Aber einen richtigen Reds Fan schreckt das natürlich nicht ab. Wozu hat man Jacken, Kapuzen, Decken und Klappstühle?

Schliesslich sind wir ja nicht in Miami.

Immer wieder gern gesehen sind bei der Opening Day Parade die historischen Uniformen der Cincinnati Red Stockings von 1969 (damals wurden die Red Stockings das erste professionelle Sportteam der Welt).

Hier führt ein Bäcker aus Florence seinen 18-Monate alten Enkel in der Parade an der Hand. So wächst man hier in Cincinnati von klein auf mit Baseball auf. Der Sport wird einem sozusagen in die Wiege gelegt.

Das hier ist Joe Morgan, der legendäre 2nd Baseman der Cincinnati Reds aus den 70er Jahren. Damals errang er mit seinen Reds zwei Weltmeisterschaften. Danach schrieb er Bücher über Baseball, machte als Sportkommentator Karriere, und machte sich vielfach um Cincinnati verdient. Heute, mit 67 Jahren, ist Joe Morgan der “Grand Marshall” der Opening Day Parade.

Und hier noch eine ganz besondere Truppe: das ist eine Gruppe von Kindern der Immaculate Heart of Mary Schule in Burlington (die Schule, die Faye derzeit besucht), die ihre Schule bei der Parade vertraten. Faye selbst lag zu diesem Zeitpunkt mit Fieber zu Hause im Bett. Sie wäre sicherlich gerne mitgelaufen. Irgendwann klappt das auch mal.

Ach ja – Baseball wurde an diesem Donnerstag auch gespielt. Die Reds schlugen die Brewers aus Milwaukee mit 7:6. Hoffentlich ein gutes Omen für eine weitere tolle Saison. Die letzte war schliesslich fantastisch.

Hier unten seht Ihr eine sehr interessante “Zeitraffer-Minute”, aufgenommen im “Great American Ballpark”, dem Basball-Stadium der Stadt. Es zeigt die Vorbereitungen bis zum Beginn des Spieles. Macht Spass anzusehen.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Happy Halloween!

IHM Halloween Parade 2010

Zum heutigen Feiertag Halloween möchten wir Euch ein paar Bilder der 2010er Halloween Parade der Immaculate Heart of Mary Preschool präsentieren.

IHM Halloween Parade 2010

Wie schon letztes Jahr, traten die Kleinen (nun inzwischen meist vier oder fünf Jahre alt) für ihre Eltern zur Parade an. Klar, daß ich mir das nicht entgehen lies. Faye trug ihr rosa-farbenes “Supergirl” Kostüm, mit dem sie dieses Jahr zum Halloween geht.

Diese Wahl hat uns ehrlich gesagt etwas überrascht – wir hatten beide fest damit gerechnet, daß dieses Jahr bei unserer Tochter wieder ein Disney Prinzessinnen Kostüm “in” ist. Mein Tip war auf “Briar Rose”.

Aber – viel besser könnte Fayes Kostümwahl eigentlich gar nicht aussfallen: sie ist und bleibt schliesslich mein Supergirl.

Wie man hier sieht machen die beiden Lehrerinnen der Klasse ordentlich stimmung und führen die Kids beim Singen und Tanzen an. “I hope you’re not scared!” (“ich hoffe, Ihr ängstigt Euch nicht!”) ruft Ms. Cesco hier den klatschenden Eltern zu.

IHM Halloween Parade 2010

Übrigens: ganz links im Bild ist Captain America, und der zweite von rechts ist natürlich Spiderman. Selbstverständlich wusstet Ihr das. Ich meine ja nur.

IHM Halloween Parade 2010

Und neben Faye plazierten sich hier eine Zauberin, ein Maikäfer, und Dorothy (aus dem Film Wizard of Oz). Magische Gesellschaft für unsere Tochter. Aber sie macht sich doch recht gut in dieser Umgebung, oder?

IHM Halloween Parade 2010

Eine ganz besondere – und vermutlich ungeplante – Überraschung gab es gegen Ende der Parade: es fuhren zwei Schulbusse mit älteren Schülern (7. oder 8. Klasse) an, die von einem Fussballturnier zurück kamen. Als sie die ganz Kleinen bei der Parade sahen, bildeten sie spontan ein “Ehrenspalier” durch das die Vorschüler dann in ihr Klassenzimmer laufen konnten.

IHM Halloween Parade 2010

Und sie bekamen jede Menge Komplimente, wie “scary” sie aussehen. Zu Halloween ist das ein Kompliment.

 

 

 

Und damit wünscht der Hebroner Anzeiger allen Lesern Happy Halloween!

Dienstag, 20. Juli 2010

Eine Echte Kleinstadtparade

Das hatten wir uns zum Unabhängigkeitstag rausgesucht. Dort, wo noch jeder jeden kennt, wo die Floats (die Wagen) selbst-gebastelt sind, und deshalb diesen goldigen Beigeschmack von Handarbeit und Imperfektion haben.

Diese Bilder hier sind im kleinen Städtchen “Independence/Kentucky” (ca. 20 Meilen südlich von Cincinnati) geschossen. Wir dachten uns, wo besser den “Independence Day” feiern als in “Independence”? Und wir wurden nicht enttäuscht.

Von Farmer Joe mit seiner Uraltkutsche, über die Baptisten, die Feuerwehr, die High-School Bands, die Cheerleaders, die Stadtrats-Kandidaten, die Landrats-Kandidaten, bis hin zur Karate-Akademie und dem örtlichen Pizza-Joint, sie waren alle dabei. Wie sich das eben in Small Town USA so gehört. Die Boy Scouts (Pfadfinder) stellten eine Flaggengarde. Und wer sich keinen grossen Aufbau aus Pappmarchee leisten konnte (oder wollte), der warf einfach ein paar Strohballen auf den Hänger, dazu ein paar Familienmitglieder gekleidet in den Nationalfarben rot-weiss-blau, den Hund dazu, und fertig ist der Wagen für die Parade.

Man hat Amerika noch nicht erlebt, wenn man sowas noch nicht gesehen hat.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Memorial Day

Letzten Montag war Feiertag hierzulande – Memorial Day, der Tag, an dem die Nation ihrer Truppen und den in den verschiedenen Kriegen Gefallenen gedenkt.

Faye und ich besuchten die jährliche Memorial Day Parade im Nachbarstädtchen Florence – dort trafen wir diesen hoch-dekorierten Sergeant der Marines, der hier so freundlich lächelt.

Besonders viel Militär gibt es bei solchen Paraden nie zu sehen: eine “Flaggengarde”, normalerweise von neu-rekrutierten Soldaten gestellt, und einer oder zwei Heimkehrer aus dem Veranstaltungsort (so wie dieser Sergeant hier). Zwar gab es eine Reihe “klassischer” Militärfahrzeuge – Lastwagen und Ambulanzen aus dem zweiten Weltkrieg und dem Korea Krieg – aber das sind Stücke aus Privatsammlungen. Überhaupt sieht man bei solchen Paraden viele “klassische Autos”, was man im Deutschen “Oldtimer” nennen würde (dieser Begriff wird im Englischen nicht für Autos verwendet).

Und wer bei keiner Parade fehlt sind die “Freedom Riders” – Harley Davidson Motorradklubs, die stolz die Flagge präsentieren:

Aber insbesondere in einem Wahljahr werden Kleinstadt-Paraden wie die in Florence vor allen Dingen von Politikern dominiert – diejenigen, die im November gewählt werden möchten. Wie hier beim Regionalrichter Jeff Smith marschiert dann die gesamte Grossfamilie, der Freundeskreis, die Nachbarn, und sogar der Familienhund in der Parade mit. Wahlwerbung auf amerikanisch.

Und eine Bewegung die im Moment in Geld schwimmt und die an Arroganz kaum zu überbieten ist darf bei so einer Parade natürlich nicht fehlen: die Tea Party, die es gerade geschafft hat, den Augenarzt Rand Paul zum republikanischen Kandidaten für einen der zwei Senatssitze des Staates Kentucky zu nominieren.

Sie wollen Amerika für die Amerikaner zurückerobern – und machen ihren Wahlkampf vom Kofferaum eines japanischen Autos:

Da sind mir doch die Senioren des örtlichen Altersheims lieber – die dürfen auch bei keiner Parade fehlen.

Dienstag, 6. April 2010

Opening Day 2010

 Gestern gab es den größten Umzug des Jahres in Cincinnati: “Opening Day” – Eröffnungstag – der Start der Baseballsaison 2010. Die Parade fand zum 91. Mal statt. Vom Findlay Market im Cincinnati Ortsteil “Over the Rhine” ging die Parade durch die Stadtmitte bis zum Baseball-Stadium am Ufer des Ohio. Dieses Bild hier zeigt Johnny Bench, in den 70er und 80er Jahren der Catcher der Cincinnati Reds. Bench hat damals mit der Mannschaft fünf Meisterschaften errungen, und gilt als ein Vertreter der “goldenen Zeit” des Baseball. Er lebt auch heute noch in Cincinnati.

Neben jeder Menge Prominenz, vor allen Dingen aus dem Sport, sind diese Paraden immer eine Gelegenheit für die örtlichen Politiker sich dem Wahlvolk zu zeigen. Vom örtlichen Schulkommittee, über den Stadtrat, Kreistag und den verschiedenen Richterposten bis him zum Gouverneur von Ohio, dem Landtag von Ohio, zwei US Kongressabgeordneten und einem US Senator werden dieses Jahr in Cincinnati alle möglichen Gremien und Positionen gewählt. Und für alles stehen eine ganze Reihe von Kandidaten bereit, die diese Posten gerne hätten.

Eine weitere Tradition der Opening Day Parade: tausende von “rot” gekleideten Zuschauern, Fans der Cincinnati Reds (des örtlichen professionellen Baseball Teams). Und natürlich kann es hierzulande keine “Parade”, keinen Umzug, ohne Bands geben. Von den  High-Schools des Großraumes Cincinnati, den Musikvereinen, bis hin zu den Universitäten der Gegend stellt jeder gerne seine Kapellen für diesen Umzug ab. Schliesslich sind große Zuschauerzahlen garantiert.

Nur das anschliessende Baseball Spiel war leider wieder enttäuschend. Die Cincinnati Reds spielten gegen die Cardinals aus St. Louis. Und obwohl die Reds mit ihrem Star-Pitcher Aaron Harang (Bild links) antraten, verloren sie das Spiel 11 zu 6.

Zugegeben, die Cardinals sind eines der besten Teams der Liga. Und an Aaron Harang (hier links im Bild zu sehen) lag es diesmal nicht – seine Hintermannschaft hat sich dieses Spiel nehmen lassen.

Harang ist ein professioneller “Pitcher”. Mit anderen Worten, er verdient ca. $14 Millionen im Jahr dafür, dass er einen Ball durch die Gegend wirft. Dieses Werfen allerdings, macht er sehr gut, und vor allen Dingen sehr präzise. Sein “Fastball” fliegt mit ca. 150 KM/h die 20 Meter vom Werfer zum Catcher (dem Fänger). Sein Wurf ist dabei so exakt, daß der 150 Gramm schwere Ball nach 20 Metern Flugdistanz noch genau durch die “Strikezone” fliegt. Dieses Zielgebiet hat ungefähr die Größe des Covers einer Langspielplatte.

Von diesen Monsterwürfen liefert Aaron ca. 100 bis 120 pro Spiel ab. Danach muss sein Arm in Eiswasser gekühlt werden, um eine Sehnenentzündung zu verhindern. Wie bei den meisten professionellen Pitchern sind die Muskeln seines Wurfarmes (bei ihm der rechte Arm) viel ausgeprägter als die des anderen Armes – so erkennt man einen in “zivil” gekleideten Pitcher.

Dienstag, 7. Juli 2009

Nochmal zur Parade

Eine Parade zum Unabhängigkeitstag geht natürlich nicht ohne Musik. Diese Reservistenkappelle der US Army war die mit Abstand professionellste, die bei der Parade spielte. Sie war aber auch (fast) die einzige Abordnung der Streitkräfte (eine Handvoll Marinesoldaten von einer mit Fort Thomas ver-partnerten Einheit liefen noch mit).

Wer mehr Drill wünschte, der wurde mit der “Klappstuhl-Brigade” belohnt. Dieser Klub von vereidigten Biertrinkern aus Fort Thomas exerziert mit Klappstühlen. Einer der Trinker versucht sich im Kasernenhofton “Präsentiiiiiiiiert den Stuhl!”, und wenn zu viel schiefgeht (und die Parade ins Stocken gerät), dürfen die Brigadisten schonmal Liegestützen machen.

Bei unserem Abschnitt der Parade allerdings, ging alles (verhältnismäßig) glatt, und die Brigadisten durften sich, zackig auf Kommando, hinsetzen: “Trinker neeeeeeeehmt Platz!”.



Wer’s mehr musikalisch wollte, der kam bei den Tänzerinnen der örtlichen Highlands High School auf seine Kosten.

Dies hier sind die “Patriotic Riders”, ein Motorradclub aus dem Nachbar-Städtchen Newport. Interessant, daß die Patrioten Honda fahren (ich hätte mir einen Patrioten eigentlich auf einer Harley vorgestellt).




Im zweifelsfrei amerikanischen Buick lies sich diese Dame durch die Parade fahren.


























Unser Senator Jim Bunning dagegen, bewies schlechten Geschmack: er lies sich auf einem Volkswagen Golf durch die Menge fahren. Ein gutes Auto, keine Frage, aber bitte – ein Politiker auf einem Importwagen während die eigene Autoindustrie ums Überleben kämpft? Kein Wunder, daß man davon ausgeht, daß Bunning die nächsten Wahlen verlieren wird (er ist dafür bekannt, daß er kein Fettnäpfchen ausläst und hat sich den Spitznamen “Patzer-Bunning” verdient).

Montag, 6. Juli 2009

Superstars auf der Parade

Zum 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, gibt es traditionell eine Parade. Wir haben uns dieses Jahr die Parade im Städtchen Fort Thomas ausgesucht. Klein, überschaubar, beschaulich, eine gewachsene Kommune.

Natürlich kommt keine eche Parade ohne Superstars aus – die in Fort Thomas war keine Ausnahme. Und ohne DIESEN Superstar kommt sowieso keine amerikanische Parade aus: Uncle Sam. Gross, langeinig, mit weissem Bart, Zylinder, und Kleidern in den Nationalfarben Rot, Weiss und Blau. Er gehört zum Unabhängigkeitstag wie das Feuerwerk und das Grillen.





Diesen Herrn dagegen sieht man nicht ganz so häufig: Benjamin Franklin. Einer der Gründungsväter der amerikanischen Republik, einer der Unterzeichner sowohl der Unabhängig-keitserklärung als auch der Verfassung. Er war zwar er nie Präsident, aber dafür der erste Finanzminister der USA.

Neben einer erfolgreichen Politikerkarriere, war Franklin auch als Mathematiker und Wissenschaftler berÿhmt (er gründete die University of Pennsylvania). Nebenberuflich war er ein sehr visionärer Erfinder: unter anderem erfand er den Blitzableiter und die Bifokalbrille (Zwei-Stärkenbrille). Und dafür, dass er 1790 gestorben ist, sieht er doch noch ganz fit aus, was meint Ihr?

Viel später, aber immer noch viel zu früh, starb dieser berühmte Amerikaner. Der erste König des Landes, der King of Rock’n’Roll . Seit seinem Tod ist Elvis Presley nun bei so ziemlich jeder Parade zu finden. Ohne ihn fehlt einfach etwas. Er sieht gut aus, und auf einer Parade muss man auch nicht unbedingt singen. Und ausserdem kann man sich als Politikerin in einen pink-farbenen Pettycoat kleiden, wenn man nebem Elvis im Cabriolet durch die Strassen von Fort Thomas fährt. Für die Kandidatin hier offensichtlich ein wichtiges Argument.

Ich dagegen dachte mir – ob in zukünftigen Paraden dann auch Elvis’ Schwiegersohn, Michael Jackson auftreten wird? Verdient hätte er es.






Mir dagegen waren bei der Parade vor allem diese zwei Superstars wichtig. Und Faye war ganz von den Lollipops begeistert, die zu Tausenden ausgeworfen wurden (sie bekam genug Kalorien für drei Schuljahre zusammen). Es war die erste Parade die sie gesehen hat. Und auf dem Nachhauseweg wollte sie wissen, ob wir morgen nicht wieder eine Parade besuchen könnten.

Nun, damit muss sie wohl bis Weihnachten warten.