Dienstag, 2. August 2005

Girl Power

Also, wir dachten der heisseste Teil des Sommers wäre vorbei: letzten Montag, vor genau einer Woche, ging das Thermometer bis auf 39C hoch. Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Wir dachten uns: Gott sei Dank haben wir eine Klimaanlage! Und das dachten sich auch die anderen 24.000 Leute die in unserem Zipfel von Nord-Kentucky wohnen. Wir dachten uns das, bis genau 19:11 Montagabend: dann viel der Strom aus. Nach ca. 1 Stunde kam der Strom wieder - für etwa drei kurze Minuten. Dann war er wieder weg. Das ganze Spielchen wiederholte sich noch 3 mal, bis kurz vor 23 Uhr endlich der Strom wiederkam, und blieb. Es waren dann 24.000 Privatpersonen, zwei Krankenhäuser, drei Feuerwachen, und vier Polizeistationen für vier Stunden ohne Strom.
Leider sind solche Stromausfälle hier nichts ungewöhnliches: im Hochsommer, wenn die Klimaanlagen Überstunden machen, wird das Stromnetz hier bis aufs äusserste strapaziert. Ohio und Kentucky beziehen einen großen Teil ihres Stromes aus Ontario (Kanada). Nur - im Juli und August brauchen die Eisbären vom hohen Norden offensichtlich ihren Strom selbst. Und dann passiert so etwas ...
Gegen 22 Uhr letzten Montag hatten wir schon angefangen, Alternativpläne zu machen: wir schlafen im Keller (wo Tom übernachtet hat), dort ist es auch ohne Klimaanlage relativ kühl. Und Claudia hatte schon begonnen, sich mit dem Gedanken "kalt duschen" anzufreunden (ohne Strom kein Gas, ohne Gas, kein heisses Wasser).
Natürlich gab es keine solchen Pläne für unsere 4 Computer, und unsere Telefonanlage. Der Server hängt an einer Notbatterie. Die gab ihm noch für ca. 30 Minuten Strom, und hat den Server dann ordnungsgemäss heruntergefahren. Leider war der Bruch für die anderen drei Computer (Claudi's, Maunzy's, und meiner) weniger schonend - CRASSSSHHHHHHHHH ... Nicht gut. Und unser Internettelefongerät hat komplett seinen Geist aufgegeben - defekt (Übermorgen müsste das Ersatzgerät mit der Post kommen).

Jetzt schauen wir auf die heutige Wettervorhersage: das Thermometer beginnt wieder zu kochen. Für Mittwoch sind 33C vorhergesagt (für letzten Montag waren 34C vorhergesagt, es wurden dann aber 39C). Mit anderen Worten: es wird wieder heiss, "very hot". Und praktisch Windstill.

Also haben wir diesmal etwas besser vorgesorgt: that girl has power!!! Claudi trägt hier zwei Notbatterien, jede mit 1100 VA / 660 W Kapazität. Eines von diesen Babies wiegt ca. 10 KG. Normalerweise werden solche Batterien in Rechenzentren oder für medizinische Geräte genutzt - Sachen, die einfach nicht abstürzen dürfen.
Vor ca. 12 Jahren habe ich mal einen ganzen LKW voll solchen Boxen gekauft, um unsere Computer in Rakona (Ostböhmen, Tschechische Republik) am Laufen zu halten. 1 Jahr nach Ende des Kommunismus war die Stromversorgung dort einfach zu unzuverlässig. Heute brauchen wir das in Rakona nicht mehr - auf den Strom ist Verlass. Und dann zogen wir in das Herz des industrialisierten Westens, in die Mitte des Kapitalismus ... und nun brauchen wir sie wieder



Diese Batterien sollten unsere Computer fuer ca. 30 Minuten über Wasser halten, und sie dann ordnungsgemäss ausschalten. Mal sehen - vielleicht können wir am Donnerstag von einem "Ernstfalltest" berichten ....

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