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Mittwoch, 3. Dezember 2008

Weihnachtspolitik

Laura Bush hatte eine (im Prinzip) sehr gute Idee: sie bat jeden der 538 Kongressabgeordneten für den Schmuck der Weihnachtsbäume im Weissen Haus ein Ornament beizusteuern. Eigentlich eine gute Idee.

Nur hatte sie nicht mit dem Einfallsreichtum von Jim McDermott, einem Demokraten aus dem Wahlkreis Seattle im Staat Washington, gerechnet. McDermott setzt sich seit langem für ein Impeachment, ein Amtsenthebungsverfahren, gegen Präsident Bush ein. McDermott's Christbaumkugel ist nun in Weiss und Peach- (Pfirsich) farben gehalten. Und jede Zeitung und jeder Fernsehsender berichtet darüber.

Dienstag, 30. Januar 2007

Bush Zitate

Die Umfragewerte lassen keinen Zweifel daran aufkommen: George W. Bush ist der beliebteste derzeit amtierende US Präsident. Das mag nicht zuletzt auch mit seiner legendären Eloquenz zu tun haben.
Es mag überraschen, aber nicht alle US Präsidenten sind exzellente Redner. Ronald Reagan war wohl der beredeste Präsident der Nachkriegszeit. George H. W. Bush, oder "Bush 1", war dagegen schon ein bischen auf den Mund gefallen. Dwight Eisenhower behauptete gar von sich selbst, er sei "so dumm wie ein Baumstumpf", und er redete wie ein Bauer - er führte aber dennoch die US Truppen siegreich durch den 2. Weltkrieg und steuerte die Nation durch einen beispiellosen Wirtschaftsboom. Bill Clinton war eigentlich mehr für Haarspaltereien berühmt ("Das Wort "ist" kann man verschieden definieren"), als für seine Rhetorik. Der gegenwärtige Präsident ist allerdings bekannt dafür, mit der englischen Sprache auf totalem Kriegsfuss zu stehen.

Einige seiner Zitate sind inzwischen schon echte Klassiker geworden:

  • "ich werde oft misunterschätzt" ("I am frequently misunderestimated").
  • "Die Analphabetismus Zahlen in unserem Land sind erschreckend niedrig" ("the illiteracy rates in our country are appalling").
  • "heute senden wir eine klare Nachricht an Saddam Hussein: entweder Du rüstest ab, oder wir!" ("today we're sending a clear message to Saddam Hussein - either you disarm, or we")
Dazu kommen dann noch sehr oft originelle Neuinterpretationen der Geographie:


  • "Kanada, unser wichtigster Nachbar im Norden" ("Canada, our most important neighbor to the North")
  • "Die Bevölkerung Mexikos, also die Mexikanier, ..." ("The population of Mexico, I mean the Mexicanians, ...")
  • "Die Grenzbeziehungen zwischen Mexiko und Kanada waren noch nie besser" ("Border relations between Canada and Mexico have never been better")


  • "König Abdullah von Jordanien, der König von Marokko, ..." ("King Abdullah of Jordan, the Morroccan king, ...")

Ein Hauptproblem mit Bush Zitaten ist es allerdings, daß es so viele davon gibt. Und täglich kommen neue nach. Es war einfach sehr schwer, mitzuhalten und auf dem laufenden zu bleiben. Gott sei Dank gibt es jetzt eine Website, die einem diese Problem sehr erleichtert: "Bushisms: Stupidest George W. Bush Quotes" ("Die dümmsten Bush Zitate"), sammelt zuverlässig alles, was unser Präsident bemerkenswertes von sich gibt. Vom Makabren ("Es ist traurig und schmerzhaft, wenn wir den Verlust eines Lebens verlieren" - "It's a time of sorrow and sadness when we lose a loss of life"), und philosophischen ("Der Zukunft wird es morgen besser gehen" - "The future will be better tomorrow")bis zum Abstrusen ("Die große Mehrheit der Irakis wollen in Frieden und Freiheit leben. Diese werden wir finden und sie zur Verantwortung ziehen" - "the vast majority of Iraqis want to live in a peaceful, free world. And we will find these people and we will bring them to justice").





Leider ist die Site nur auf Englisch. Oder, das was Bush für Englisch hält.

Montag, 4. Dezember 2006

Der Schlechteste Überhaupt - noch

Interessanter Artikel gestern in der Washington Post - der viel gelesenen Hauptstadtzeitung: 1948 hat der damalige Dekan der Historischen Fakultät der Harvard Universität, Arthur Schlesinger, damit begonnen, die US Präsidenten nach ihren Qualitäten und ihren Leistungen zu bewerten, und sie in eine Rangfolge zu bringen. Er lud seine wichtigsten Kollegen in der Geschichtswissenschaft dazu ein, beim Einordnen der Präsidenten zu helfen, und seit dem, wird diese Rangliste alle 8 Jahre veröffentlicht.

Die Historiker waren sich schnell einig darüber, wer die besten Präsidenten waren: George Washington, der Gründungsvater der Nation; Abraham Lincoln, der die Nation im Bürgerkrieg zusammenhielt; und Frederic D. Roosevelt, der die große Wirtschaftskrise bewältigte und die Nation siegreich durch den zweiten Weltkrieg brachte.
Und auch über den schlechtesten Präsidenten aller Zeiten war man sich nach etwas Diskussion einig: er griff mit fadenscheiniger Begründung ein unabhängiges Land an; umgab sich mit korrupten und unfähigen Beratern, die im wesentlichen nur Ja-Sager waren; wenn seine Politik zum Disaster führte, hielt er starrsinnig daran fest, selbst als ihm zur Amtshalbzeit die Wähler einen Denkzettel erteilten. Seine Sicht der Dinge hatte mehr mit Fantasterei, Paranoia und Realitätsferne als mit dem Machbaren zu tun; er setzte sich so sehr und so deutlich über Recht und Gesetz hinweg, daß ihm das oberste Gericht (der Supreme Court) mehrmals ausdrücklich und peinlich stoppte.

Die Rede ist von Präsident James K. Polk, der 1846 den Amerikanisch-Mexikanischen Krieg vom Zaun brach. Allerdings trifft diese Beschreibung wort wörtlich auch auf den jetzigen Präsidenten zu - nur, daß George W. Bush alles noch viel weiter getrieben hat. Historiker kennen keine andere Zeit, in der die Regierung derart für Unfähigkeit und Korruption stand. Deswegen, so argumentiert Prof. Eric Forner, Dekan der Historischen Fakultät der angesehenen Columbia Univeristy (der Autor des Artikels), muß man 2008 diese Rangliste überarbeiten. Und James K. Polk wird wohl endlich, 150 Jahre nach seinem Amtsabtritt, nicht mehr als der schlechteste Präsident aller Zeiten gelten.

Mittwoch, 15. November 2006

Countdown: 796 9 16

Zwei einhalb Stunden Warten auf dem Dulles Flughafen in Washington DC. Ich schaue mir aus Langeweile die Souvenir und Andenkenläden an, die auf dem Gate B offen sind. Ein Laden mit "Amerikana" verkauft ein kleines Spielzeug, dass mein Interesse weck:

Es ist eine Scheckkarten große Uhr, mit Tagen, Stunden, Minuten, Sekunden und Zehntel Sekunden, die Rückwärts zaehlt. Sie misst die Zeit bis zum 20. Januar 2009, 12 Uhr Mittags.

Zu dem Zeitpunkt wird der neue US Praesident eingeschworen, und die Era Bush ist unwiderruflich zu Ende. Der Verkäuferin meint, das Spielzeug verkaufe sich sehr gut.
Zu dem Zeitpunkt waren es noch 796 Tage, 9 Stunden und 16 Minuten.