Montag, 29. November 2010

Pfeilsache

Jim Steele (der Mann im Anzug, rechts auf dem Foto) ist ein professioneller Rede- und Motivationstrainer. Seine Spezialität ist es, Managern auf große Präsentationen vorzubereiten. In diesem Business ist er einer der gesuchtesten Trainer der Welt. Ich habe Jim bereits zweimal auf einer Konferenz erlebt, und bei einer weiteren Gelegenheit war er mein Trainer.

Snapping Arrow 

In Jim’s Business muss man sich immer was neues einfallen lassen, um die Zuschauer zu begeistern. Ich habe bereits erlebt, wie er Trainees beibrachte, Holzblöcke und Ziegelsteine mit einem Karate-Kick zu durchbrechen (ist eigentlich gar nicht so schwierig). Aber die Show, die Jim in Monaco bot, war nun doch eine Spezialität. Es ging darum, den Wert von Dynamik zu demonstrieren, und den Beteiligten klarzumachen, dass sie all die Kraft haben, die sie für ihren Job brauchen.

Also reiste Jim mit einem Köcher voll Sportpfeilen an – normale Wettkampfpfeile, wie sie bei jedem olympischen Bogenschützen-Turnier eingesetzt werden (mit Echtheitszertifikat). Ein Freiwilliger kam auf die Bühne, vor den 552 Delegierten des Kongresses in Monaco (leider wählte Jim mich diesmal nicht als Freiwilligen). Dem Freiwilligen, Uwe aus Deutschland, setzte Jim dann die Pfeilspitze auf die Kehle, und das Pfeilende bei sich aufs Brustbein. Nun gabs die Anweisung an Uwe: “Spring kraftvoll, dynamisch, auf mich zu”. Wenn Uwe es richtig macht, zerbricht er den Pfeil. Wenn er zu langsam läuft, bohrt sich ihm der Pfeil in die Kehle. Keine angenehme Idee. Mal sehen:

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Gut gemacht Uwe, der Pfeil zersplittert. Nicht auszudenken, wenn …

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Lektion gelernt, und den geborstenen Pfeil gabs dann als Souvenier.

2 Kommentare:

mainbogenpitti hat gesagt…

Nicht schlecht so ein Trainer. Denn meist erkennt man selbst garnicht, wie man auf andere Mitmenschen wirkt. Und wer traut sich schon im wirklichen Leben dem Gegenüber zu sagen, dass einem dessen Verhalten unangenehm ist.
Nicht ganz so einfach die Angelegenheit.

claus hat gesagt…

Also 'mal ernsthaft. Dass dieser Trick Humbug ist, liegt auf der Hand. Stell Dir mal den gegenteiligen Ausgang vor. Wenn sich der Pfeil tatsächlich in die Kehle bohrte, wäre das mit ziemlicher Sicherheit tödlich. Es sei denn, ein Notarzt steht direkt daneben. Und wenn der "Uwe" die Sache nicht überlebt, säße der "Jim" den Rest seines Lebens hinter Gittern. Auch in Monaco. Glaubst Du wirklich, der Trainier würde das riskieren? Nie im Leben. Das Ganze ist ein Trick. Todsicher.