Sonntag, 30. August 2009

Gatorland

Wer es noch nicht wusste: das ist das Wappentier des Staates Florida: "Alligator mississippiensis”, der amerikanische Alligator, oder von den Amerikanern meist einfach “Gator” genannt. Männliche Tiere werden um die vier Meter lang (auch wenn schon ein Rekordtier mit 5,80 Metern gemessen wurde). Traditioneller Lebensraum sind die Everglades, das Sumpf- und Marschland im Südosten Floridas.

Zwar sind Alligatoren für Menschen relativ ungefährlich (sie sind recht scheu, weder besonders intelligent noch aggressiv, und noch dazu ausgesprochen faul), aber den Farmern von Floridas galten sie lange als Landplage. Man muss sich deshalb den Mut von Owen Godwin vorstellen, der 1949 einen Ausstellungspark eröffnete, um Touristen die Gators zu zeigen (ungefähr so riskant, wie in Belgien einen Park dem Regen zu widmen). Hier sieht man einen Kranich, der unbehelligt in einem ganzen Teich voller Gators steht.

Dennoch, das Gatorland am Südrand Orlandos wuchs und gedieh, und heute wird es in dritter Generation von der Familie Godwin betrieben. Daß der nahegelegene Park Disneyworld seit 1965 Millionen von Touristen nach Orlando zog, hat sicherlich geholfen. Neben den Gators, nach denen der Park benannt ist, findet man dort auch die erheblich gefährlicheren amerikanischen Krokodile, Schildkröten, heimische Schlangen (etwa die “Florida Python”), und Vögel. Der Park züchtet für Florida typische Vögel wie Kraniche und Pelikane. Hier eine der Shows des Parks: Ringen mit dem Alligator. Jedem das seine.

Faye war mehr von diesen “Baby Gators” angetan, die man mit viel, mit sehr viel, Fantasie noch als “goldig” bezeichnen könnte. Das Gatorland züchtet selbst Alligatoren, und nimmt auch vom Tierschutz gefangene Tiere auf (etwa solche, die menschlichen Siedlungen zu nahe kommen, oder Albino-Alligatoren, die in freier Wildbahn keine Überlebenschance haben).

Ist das ein “gewinnendes Lächeln”? Wenn ich mir die Zähne dieses Jungtieres anschaue, dann bin ich um mein 200mm Objektiv froh, das immerhin etwas Distanz zum Subjekt erlaubt.

Im Gatorland werden die hungrigen Tiere regelmäßig (zweimal am Tag) gut gefüttert – satte Gators sind beschauliche Gators. Das ist wohl das eigentliche Geheimnis hinter dem Alligator-Ringen (der menschliche Ringer ist schließlich nicht lebensmüde).

Dieses Schild soll abschrecken, und es tut seinen Zweck recht gut: “Sperrgebiet – Übertreter werden gefressen”.

Das Parkpersonal überbietet sich auch gegenseitig mit etwas morbidem Humor: “Passt auf Eure Kinder auf – wir verfüttern unbeaufsichtigte Kinder an die Alligatoren; so senken wir die Futterkosten”.

Wie dem auch sei, unsere kleine Prinzessin dachte erst gar nicht daran, in diesem Park unbeaufsichtigt rumzurennen. Am Eingang sah sie einen 650KG schweren Monster-Gator, und der hat sie ganz schön gegruselt. Beim Mittagessen bekam sie dann “Gator Nuggets” zu essen (ähnlich wie Chicken-Nuggets, nur aus Alligator-Fleisch), und die schmeckten ihr überraschend gut. Als wir dann den Park verliesen schaute sie den 650KG Gator mit einem verschmitzten Lächeln an. So, als wollte sie sagen, “Schau Du nur grimmig drein - jetzt weiss ich wie lecker Du schmeckst!”.

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