Hier in den USA gibt es eine Reihe von ungeschriebenen Gesetzen. Und eines davon ist, daß man frühestens am Tag nach Thanksgiving seine Weihnachtsdekoration aufbaut. Demzufolge darf man sich über jeden lustig machen, der schon vor Thanksgiving seine Weihnachtsdekoration zur Schau stellt.Wohl denn: als ich am Mittwoch abend, eine Woche und ein Tag vor Thanksgiving, komme ich auf meinem Heimatflughafen Cincinnati an. Ganz überrascht bin ich zwar nicht, aber die Fluglinie Delta hatte auf dem Terminal schon ihre Weihnachtsdekoration aufgebaut. Das brachte mich zum grübeln: was wünscht sich eine bankrotte Fluglinie wie Delta wohl zu Weihnachten? Was steht wohl auf dem Wunschzettel der Manager in Atlanta ganz oben? Total inoffiziell - hier ist
Der Delta Weihnachtswunschzettel 2006:
- Einen Käufer für die Tochtergesellschaft Comair (sie steht seit 9 Monaten zum Verkauf). Im Gegensatz zur Mutterfirma schreibt Comair schwarze Zahlen. Das geht natürlich nicht an.
- 8900 Maulklemmen - damit wir auch unsere frustriertesten Stewardessen zum Lächeln zwingen können.
- Mehr Fluggäste in Fayes Größe - dann können wir die ohnehin schon winzigen Sitze in der Economy Class noch kleiner machen - und noch mehr Sitze in die Flugzeuge stopfen.
- Dass der Weihnachtsmann mal ganz nebenbei 20 Milliarden Dollar fallen lässt, ohne dem Management irgendwelche Auflagen zu machen. Damit könnt man endlich die Schulden zurückbezahlen - und trotzdem genauso weiter wurschteln wie bisher.
- Noch mehr Kongressabgeordnete die sich in Washington für Subventionen für die Fluglinien stark machen. So kann man Geld verdienen ohne sich mit den leidigen Fluggästen abgeben zu müssen.
- Noch mehr unsinnige Sicherheitsregeln (im Stile des neuen Verbots, Flüssigkeiten mit an Bord zu nehmen). Wenn die Fluggäste schon am Boden mürbe gemacht werden, meckern sie auch in der Luft weniger.
- Passagiere mit Platfüssen. Die beschweren sich wenigstens nicht, wenn ihnen das Bordpersonal in der engen Kabine mit dem Getränkewagen über die Füsse fährt.
- Fluggäste die in wenigstens zwanzig Ländern der Erde eine Wohnung haben. Die beschweren sich dann nämlich weniger, wenn man die Passagiere nach Alaska fliegt, und ihr Gepäck nach Johannesburg.
- Passagiere, die vor dem 11. September 2001 nicht geflogen sind. Die sind nämlich nichts anderes gewohnt als von Bodenpersonal, Sicherheitsbeamten und Kabinenpersonal missbraucht zu werden.
Und natürlich steht ganz oben auf Deltas Wunschliste: - Das Huberts Spesenkonto von seiner Firma zum Jahresende wieder ausgeglichen wird, damit er 2007 noch mehr fliegen kann als 2006.

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