In dieser Deutlichkeit hat uns das alle überrascht: gestern Abend wandte sich Bob McDonald, der Vorstandsvorsitzende von Procter & Gamble, mit einem Webcast an alle Mitarbeiter und veröffentlichte einen langfristigen Öko-Plan (in der Zeitung, auf Englisch, hier nachzulesen). Hier einige Top-Punkte:
- Innerhalb von 10 Jahren werden 30% unserer Fabriken ausschliesslich durch erneuerbare Energien betrieben. Innerhalb von 20-30 Jahren sollen das dann alle Fabriken weltweit sein (wir haben mehr als 100 davon).
- Innerhalb von 20 Jahren wird sämtliches Packmaterial, inklusive End-Verpackungen und Produkt-Präsentation, aus recycletem Material hergestellt.
- Innerhalb der nächsten 25 Jahre wird fast 100% des Rohmaterials das derzeit aus Erdöl gewonnen wird aus alternativen Quellen erzeugt werden.
Zur Perspektive: die Herstellung von Produkten wie Windeln und anderen Hygieneprodukten ist sehr energieintensiv. Und die meisten Reinigungsprodukte (Seifen, Shampoos, Waschpulver, etc.), sowie die meisten Pflegeprodukte (z.B. Hautcremes) werden aus Lipiden (natürlichen Fetten) hergestellt, und derzeit aus Erdöl gewonnen.
Das interessante an diesem Langfrist-Plan ist, dass er durch mittelfristige (und unmittelbare) Pläne realisiert wird, und dass er jetzt bereits voll budgetiert (finanziert) ist. Der Chef meint es also ernst. Hier ein paar Beispiele:
- Eine Fabrik in Italien wurde 2009 auf Betrieb durch Solarstrom umgestellt, eine Fabrik in Deutschland ist derzeit dabei ähnlich umgewrüstet zu werden. In den USA werden derzeit zwei unserer Fabriken auf Erd-Wärme Energue umgestellt, und unsere Fabrik in den Niederlanden gewinnt ihren Strom seit kurzen durch Windenergie (klar, Holland, das Land der Windmühlen).
- P&G hat ein Projekt finanziert, das hochwertiges Plastik (zur End-Präsentation der Produkte) aus Zuckerrohr-Abfall gewinnt (der Biomasse die übrigbleibt, nachdem der Zucker gewonnen wurde). Zuvor konnte derart hochwertiges, und hygienisch zuverlässiges, Plastik nur aus frischem Erdöl gewonnen werden. Einige unserer Produkte nutzen bereits ausschliesslich dieses Zuckerrohr-Plastik.
- Innerhalb der nächsten Jahre werden mehr als 70% der Waschmittel die wir weltweit verkaufen auf “Kaltwasser-Varianten” umgestellt. Das sind Versionen der Pulver und Flüssigwaschmittel die in kaltem Wasser genausogut reinigen wie in heissem Wasser. Das erlaubt massive Energie-Einsparungen bei den Verbrauchern unserer Produkte. Dieser Effekt wird übrigens durch natürliche Enzyme, nicht durch “schärfere” Chemikalien, erreicht.
- Während der letzten zwei Jahre wurden in den wichtigsten Märkten der Firma (Nord-Amerika und West-Europa) fast sämtliche Waschmittel auf “kompakt” Versionen umgestellt, was zu deutlichen Einsparungen an Verpackungsmaterial und Transportenergie führt. Alleine in den USA spart uns das etwa 6000 LKW-Züge, und mehr als $2 Millionen an Dieselkraftstoff pro Jahr.
Gleichzeitig aufgelegt wurde eine viertel-jährliche “Report-Karte”, auf der jeder Mitarbeiter den Fortschritt dieses Plans genau verfolgen kann.

2 Kommentare:
Das ist lobenswert und sichert bestimmt auch die Erfolge des Unternehmens.
Prima !!
Gruss O. u. O.
Prima Ansätze für ein bewußterer Umgang mit allen Energien. Vor allem der Gebrauch von "Plastik" ist in unserer Gesellschaft unheimlich gewachsen. Da kann man sich beim Einkaufen noch so bemühen auf Plastikverpackungen zu verzichten, es wird immer mehr.
Kommentar veröffentlichen