Zur Pionierzeit der USA, als der Westen des Riesenlandes erschlossen wurde, waehrend den Indianerkriegen des 19. Jahrhunderts, bis hin zum amerikanischen Buergerkrieg (1861-64), war das Gebiet um Cincinnati herum militaerisch schwer befestigt. 1788 gegruendet, wurde Cincinnati gegen 1820 zur “Boomtown”: die Siedlerzuege in den Westen des Landes gingen vielfach von hier aus auf die Reise. Eisenbahn, die Flusschiffahrt auf dem Ohio, und eine fuer damalige Verhaeltnisse grosse Industrie (Lebensmittel, Stahl, und Kerzen – der Beginn von Procter & Gamble) machten Cincinnati vorruebergehend zur dritt-groessten Stadt des Landes.
Diese Metropole galt es zu sichern. Rund um die Grosstadt herum legte die US Army Garnissonsstaedte an, deren Einheiten fuer den Schutz der Stadt sorgten. Noch heute weisst der Name von vielen der Staedtchen im Umkreis von Cincinnati auf ihren militaerischen Ursprung hin: Fort Thomas (wo Faye geboren ist), Fort Wright, Fort Mitchell – alles Staedte, die aus Armeestuetzpunkten hervorgingen. Auch wenn es sie heute nicht mehr gibt, das waren alles mal echte Forts (Festungen der Armee).
Ein Stuetzpunkt allerdings, der frei erfunden ist, ist das Fort Boone nahe unserem Nachbarstaedtchen Burlington. Komisch – wenn das erfunden ist, warum gibt es dann heute dort tatsaechlich ein Fort?
Nun, das Fort Boone wurde nicht gegen 1800 von der US Army gebaut, sondern gegen 2002 von der Firma “Levi Strauss” (den Herstellern der “Levi’s” Jeans Hosen).
Huh? OK, das ist eigentlich recht einfach: Levi Strauss hat in Hebron eine riesige Niederlassung und beschaeftigt hunderte Mitarbeiter. Sie errichteten das Fort Boone als Spielplatz fuer die oertlichen Kinder. Und als genau das schaetzen wir das auch.
Hier erkunden Faye und Claudia gerade den Fluchttunnel, der aus dem Fort hinaus in den Wald des Boone Woods Parks fuehrt (im amerikanischen nennt man diese zwei “tunnel rats”). Der Tunnel ist praezise aus Beton gegossen, und so hoch, dass Claudia etwas gebueckt durchgehen kann. Dennoch – fuer Faye ist das ein Erlebnis (und sie ist stolz darauf, dass ihre Mammi auf diese Erkundungsreise mitkomt). Die Palisaden und die vier Tuerme des Forts kann man bequem ueber Rampen und Laufwege (sogenannte “catwalks”) erkunden.
Und direkt neben dem Fort gibt es eine Reihe von Unterstaenden, die bei Regen Trockenheit, und bei Sonnenschein Schatten bieten: ideal dazu geeignet, Chandler sein Abendessen im Freien zu fuettern.
Ob echt oder nicht – dieses Fort macht wirklich Spass!

1 Kommentar:
Interessant !
Gruss O.u.O.
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