Es mag überraschen, aber die USA haben tatsächlich eine eigene Faschingstradition. Fasching ist hierzulande unter dem Namen "Mardi Gras" ("Fetter Dienstag") bekannt, dem französischen Namen für Faschingsdienstag. Wie der Name vermuten lässt, geht die hiesige Tradition auf französischen Einfluss zurück.
Am 1. April 1803 kaufte Präsident Thomas Jefferson dem französischen Kaiser Napoleon für $23 Millionen das "Louisiana Territorium" (die französischen Amerika Kolonien) ab. Der Kauf verdoppelte damals die Landfläche der USA. Mehr als 2 Millionen Quadratkilometer Land, aus denen schliesslich in die Bundesstaaten Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Wyoming, Nebraska, und Minnesota gegründet wurden. Weitere Teile des gekauften Landes wurden den Staaten North Dakota, South Dakota, Montana, Colorado, New Mexico und Texas zugeteilt. Und der Rest des gekauften Territoriums, einschließlich der wunderschönen Stadt New Orleans, trägt weiterhin den Namen Louisiana.
Mit diesem Kauf handelten die USA sich nicht nur eine französisch sprachige Minderheit ein (die Kreoloen), sondern auch eine exzellente regionale Küche (kreolisch), den Herd der Blues und Jazzmusik, und eben die Tradition des Fasching.
Beginnend mit den Wurzeln im kreolischen Gebiet um New Orleans, setzt sich Mardi Gras immer mehr im ganzen Land durch. Als ich in den 80er Jahren hier lebte, berichteten die Zeitungen noch vom Mardi Gras in New Orleans als einer liebenswerten, aber fremden, Tradition. Heute hat sowohl Cincinnati als auch Newport in Kentucky seinen eigenen Mardi Gras Umzug.

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