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Mittwoch, 10. März 2010

Zehn Jahre später

Heute vor genau zehn Jahren, am 10. März 2000, wurde der Höhepunkt des "dot.com Booms" erreicht. Natürlich wussten wir das damals nicht - wer diesen Abschwung korrekt vorhergesagt hätte, wäre heute steinreich.
Der Technologie-Aktienindex NASDAQ erreichte 5.048,62 Zähler - und ab dem 11. März 2000 ging es steil (teilweise sehr steil) bergab - bis auf etwa 1.300 Punkte. Heute, nach langen Jahren der Erholung, liegt der Index wieder bei etwa 2.360 Punkten. Weniger als die Hälfte dessen, was er vor 10 Jahren wert war. Inflation eingerechnet, sind etwa 2/3 des im Jahre 2000 investierten Geldes verloren. Hunderte von Milliarden Dollar sind einfach verpufft.





Damals genügte es einen Firmennamen zu haben der in ".com" endete, um Zugriff auf einen praktisch unbegrenzten Kreditrahmen zu bekommen. Ich erinnere mich dran, daß ich etwa um diese Zeit unseren Finanzern spasseshalber vorgeschlagen habe, wir könnten unseren Aktienpreis über Nacht verdoppeln, wenn wir die Firma von "Procter & Gamble" in "pg.com" umbenennen.
Viele der im damaligen Boom so großen Namen (Netscape, Napster, AOL, Beenz) sind heute untergegangen, oder haben nur noch historische Bedeutung. Einige der Spieler, die sich damals aus dem Boom rausgehalten hatten sind heute besser denn je drauf: IBM, Microsoft, Apple. Ein paar wenige Firmen haben den Boom, sowohl als auch den Crash, überlebt und sind heute angesehene, profitable, Firmen (etwa eBay, PayPal, Amazon oder Intuit). Und eine einzige Firma wuchs einfach weiter, ob der Index sank oder stieg: Google entwickelte sich von einer Kleinfirma zu einem Monster.
Für die meisten Firmen aber, inklusive meiner eigenen, war es erst die Web 2.0 Welle ab 2006, in der sie es verstanden, stabile Geschäftsmodelle auf der Infrastruktur des Internets aufzubauen. Ach ja: P&G Aktienpreis am 10. März 2000: $28,81. Aktienpreis am 10. März 2010: $63,14. Ich beschwer mich nicht.