Gestern gab es den größten Umzug des Jahres in Cincinnati: “Opening Day” – Eröffnungstag – der Start der Baseballsaison 2010. Die Parade fand zum 91. Mal statt. Vom Findlay Market im Cincinnati Ortsteil “Over the Rhine” ging die Parade durch die Stadtmitte bis zum Baseball-Stadium am Ufer des Ohio. Dieses Bild hier zeigt Johnny Bench, in den 70er und 80er Jahren der Catcher der Cincinnati Reds. Bench hat damals mit der Mannschaft fünf Meisterschaften errungen, und gilt als ein Vertreter der “goldenen Zeit” des Baseball. Er lebt auch heute noch in Cincinnati.
Neben jeder Menge Prominenz, vor allen Dingen aus dem Sport, sind diese Paraden immer eine Gelegenheit für die örtlichen Politiker sich dem Wahlvolk zu zeigen. Vom örtlichen Schulkommittee, über den Stadtrat, Kreistag und den verschiedenen Richterposten bis him zum Gouverneur von Ohio, dem Landtag von Ohio, zwei US Kongressabgeordneten und einem US Senator werden dieses Jahr in Cincinnati alle möglichen Gremien und Positionen gewählt. Und für alles stehen eine ganze Reihe von Kandidaten bereit, die diese Posten gerne hätten.
Eine weitere Tradition der Opening Day Parade: tausende von “rot” gekleideten Zuschauern, Fans der Cincinnati Reds (des örtlichen professionellen Baseball Teams). Und natürlich kann es hierzulande keine “Parade”, keinen Umzug, ohne Bands geben. Von den High-Schools des Großraumes Cincinnati, den Musikvereinen, bis hin zu den Universitäten der Gegend stellt jeder gerne seine Kapellen für diesen Umzug ab. Schliesslich sind große Zuschauerzahlen garantiert.
Nur das anschliessende Baseball Spiel war leider wieder enttäuschend. Die Cincinnati Reds spielten gegen die Cardinals aus St. Louis. Und obwohl die Reds mit ihrem Star-Pitcher Aaron Harang (Bild links) antraten, verloren sie das Spiel 11 zu 6.
Zugegeben, die Cardinals sind eines der besten Teams der Liga. Und an Aaron Harang (hier links im Bild zu sehen) lag es diesmal nicht – seine Hintermannschaft hat sich dieses Spiel nehmen lassen.
Harang ist ein professioneller “Pitcher”. Mit anderen Worten, er verdient ca. $14 Millionen im Jahr dafür, dass er einen Ball durch die Gegend wirft. Dieses Werfen allerdings, macht er sehr gut, und vor allen Dingen sehr präzise. Sein “Fastball” fliegt mit ca. 150 KM/h die 20 Meter vom Werfer zum Catcher (dem Fänger). Sein Wurf ist dabei so exakt, daß der 150 Gramm schwere Ball nach 20 Metern Flugdistanz noch genau durch die “Strikezone” fliegt. Dieses Zielgebiet hat ungefähr die Größe des Covers einer Langspielplatte.
Von diesen Monsterwürfen liefert Aaron ca. 100 bis 120 pro Spiel ab. Danach muss sein Arm in Eiswasser gekühlt werden, um eine Sehnenentzündung zu verhindern. Wie bei den meisten professionellen Pitchern sind die Muskeln seines Wurfarmes (bei ihm der rechte Arm) viel ausgeprägter als die des anderen Armes – so erkennt man einen in “zivil” gekleideten Pitcher.

1 Kommentar:
Noch "monströser" als bei uns Fussball.
Gruss Daddy
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