
Mama und Faye haben sich heute von Daddy in die Stadt fahren lassen, um das "Oktoberfest Zinzinnati 2006" mitzufeiern. Nach dem Original von München, gilt das Fest in Cincinnati als das zweitgrößte Oktoberfest der Welt. Der ungewöhnliche Name: so klingt es für eine Amerikaner, wenn ein Deutscher "Cincinnati" ausspricht.
Die Stadt Cincinnati wurde im frühen 19. Jahrhundert im wesentlichen von deutschen Auswanderern gegründet. Und auch heute noch gibt die Mehrheit der Einwohner der Region Cincinnati bei der Volkszählung an, von deutscher Abstammung zu sein (zu welchem Prozentsatz auch immer). Kein Wunder, daß das Hofbräuhaus seinen ersten Ableger außerhalb Deutschlands in die Nachbarstadt Newport pflanzte.
Das "Oktoberfest Zinzinnati" wird traditionell von den Oberbürgermeistern von Cincinnati, und seiner Partnerstadt München, gemeinsam eröffnet. Es gibt viel viel Bier (neben Miller, Budweiser und Corona auch ein paar deutsche Marken, so etwa Warsteiner und Pabst Bräu). Das Essen klingt teilweise mehr deutsch, als es schmeckt. Viele Speisen sind tatsächlich deutsche Gerichte (Oktoberfesthendl, Schnitzel, Bratwurst), auch wenn die Zubereitung oft etwas amerikanisiert ist -was den Speisen aber meist recht gut bekommt (wer einmal die Bratwurst mit Sauerkraut, Backzwiebeln und Paprika versucht hat, will sie nicht mehr anders haben).
Manche Speisen hält jeder in Cincinnati für "Ur-deutsch", aber kein Deutscher hat jemals davon gehört: Bayrische Choco CreamPuffs (eine Art Teilchen mit Schokoladen-Buttercreme); Sauerkrautballs (Sauerkraut, zu Kugeln geformt, paniert, und fritiert); und natürlich Goetta (muß man selber essen, spottet jeder Beschreibung). Und manche Speisen sind wohl eher weniger deutsch (Kielbasa - polnische Bratwurst).
Wie dem auch sei, "Oktoberfest Zinzinnati" ist die Gelegenheit, die deutsche Abstammung zu feiern, und sich am Wort "Gemudlischkait" zu versuchen.
P&G hat ja normalerweise ein striktes Alkoholverbot (jeder Alkohol auf dem Firmengelände ist ein fristloser Kündigungsgrund). Aber zum Oktoberfest zeigt die Firma auch ihre deutsche Seite und begrüst Gäste im eigenen "Biergarten" (hier im Bild vor dem Centralbuilding, der ursprünglichen Zentralverwaltung). Das Bier kommt von Franziskaner, und die Blaskapelle aus Gegelskirchen (wo im Himmel liegt das eigentlich?). Die etwas unbeholfenen Versuche des Dirigenten die Musikstücke auf Englisch anzusagen, weißen ihn todsicher als Deutschen aus.

























